Spindrift - Ghost Of The West - Cover
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Spindrift Ghost Of The West


  • Label: Tee Pee Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, das sich über Klischees rettet... hört man auch nicht alle Tage.

Die Theorie hinter dieser Kritik ist, dass Spindrift überhaupt nicht ernst genommen werden wollten. An einem Abend nach einem Spaghetti-Western wurde scheinbar beschlossen, alle bekannten Western-Sounds irgendwie ein wenig abzuändern und als Songs herauszubringen. Mit viel Elan und kaum originellen Ideen beschließt die Band eine authentische Reise in einen Salon wie aus dem Film Tombstone. Bewaffnet mit ausschweifendem Gesang und lang gezogenen Tönen, sowie allen genretypischen Instrumenten, gleicht das Album einer 40-minütigen Schnitzeljagd nach der Frage, welcher Film wohl gerade Vorbild für das gehörte Stück war.

Auf der Suche nach lebensrettendem Wasser, Pistoleros und der großen Liebe, wird auf diesem Album fünfzehn Mal pathetisch in den Sonnenuntergang geritten. Lagerfeuer-Hymnen wie „Cool Water“ treffen auf Bonanza-Erinnerungen in „Paladin“ und ab und an dürfen feurig südländische Gitarren und Mariachi-Bläser wie in „Cantina Part II“ Western-Flair in den Kopf-Saloon bringen. Mit diesen drei aufeinanderfolgenden Liedern lässt sich der Facettenreichtum des Albums auch in der guten, alten Nussschale beschreiben. Trotz dieser offensichtlichen Klischees und wenig Abwechslung schaffen es Spindrift, die wenigen Einfälle auf „Ghost Of The West“ klischeebetucht und letztlich auch immer wieder auf eine gewisse Art mitreißend zu gestalten. So kann es durchaus vorkommen, dass sich der Hörer beim Mitschunkeln zu „Wanderers Of The Wasteland“ und Nicken zu „Ghost Riders In The Sky“ erwischt.

Natürlich kommt man sich dabei durchgängig recht bekloppt vor, doch wer den Zweigroschenwestern im Kopf mit leichter Kost nähren möchte, der ist hier richtig. Spindrift treten absichtlich in jedes Fettnäpfchen und versuchen überhaupt gar nicht erst, eine eigene Idee von Western und Country zu schaffen. Auf „Ghost Of The West“ werden Stereotypen Zucker gegeben, dass man Acht geben muss, nicht zum Ton-Diabetiker zu werden. So gerne man dieses Unternehmen verurteilen und niedermachen möchte, erwischt man sich aber eben doch dabei, dass dieses es immer wieder schafft, zu unterhalten. Mit diesem Trumpf ziehen Spindrift den Kopf erfolgreich aus der Schlinge und überleben in ihrem eigenen Biotop sogar mit Bravour.

Anspieltipps:

  • Cantina Part II
  • Paladin
  • Hang Me Tonight

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