John Talabot - DJ-Kicks - Cover
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John Talabot DJ-Kicks


  • Label: !K7 Records
  • Laufzeit: 76 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Emotionaler, düsterer Mix, der trotzdem alles und mehr im Gepäck hat, was Sets brauchen.

Fin“, Talabots Debüt, wird nicht selten als eines der House-Alben des letzten Jahres gefeiert. Mit verwaschenen Synthies und Disco-Elementen hatte der Spanier damals den House etwas aufgefrischt. Seit seinem 2009er Single-Debüt „Sunshine“ ist der Mann, mit bürgerlichem Namen Oriol Riverola, international gefragt. Seine Verpflichtung für !K7s DJ-KiCKS, zugegeben in Qualität etwas nachlassende, Reihe ist wohl einer von vielen Beweisen dafür.

Wie immer geht es hier wieder darum, den musikalischen Hintergrund des DJs und ein bisschen dessen eigenes Label zu präsentieren. Und da lässt sich der Spanier offensichtlich nicht lumpen. Mit 27 Tracks auf 76 Minuten ist Talabots Kompilation tatsächlich die umfangreichste DJ-KiCKS-Ausgabe nach Kode9s Stück von 2010 und Scubas 32-Tracks-Monster von 2011. Ob das gut ist, ist schwer zu sagen. Zwar baut sich der Mix zu Anfang zu einem typisch tanzbaren Set auf, doch man merkt schnell, dass etwas nicht zu stimmen scheint. „Underneath the Dancefloor“ hat seltsam flache Bässe und ist vollgepackt mit flächigen, hohen Synthies und seltsamen Chören im Hintergrund. „Maps“ hingegen hat einen industriellen Schlag, „Zero Centre“ einen subtilen Offbeat und versteckte, gespenstische Vocalsamples, die in „Hetrotopia“ in ein Kreischen und Bongo-Beat übergehen. „We Doubt“ greift die Exotik bis zum Ende auf, die das Album bis „Anagram“ nicht verlässt.

Wie genau !K7 das hinkriegt ist schon immer eine interessante Frage gewesen. Mit exklusiven Tracks des DJs wird die Kompilation zwar nicht zwangsläufig aufgewertet, aber aus Erfahrung lässt sich sagen: die Exklusiv-Tracks sind oft der Hammer. Auch „Without You“, das die sich überlagernden Elemente der Vortracks langsam in eine klarere Struktur fließen lässt und den Mix quasi rebootet.

Ab dem Punkt spätestens steckt man tief in House-Rhythmen und verliert sich leicht darin. Nicht nur für Liebhaber von House ist das ein sehr angenehmes Gefühl. Es ist schon fast nichts Besonderes mehr, aber Talabot lässt es noch einfacher aussehen. Dieses transzendentalen, nie enden wollenden, hypnotischen Beats, kombiniert mit abwechslungsreichen Elementen wie Vocals, Bässen und seltsamen Synthies und Effekten. Erst jetzt wird man sich bewusst, was das Seltsame an dem Mix ist. Doch die obskure Songwahl, die dunklen Emotionen und schwerfälligen Housebeats machen die Compilation zur absolut runden Sache, zu der man sowohl tanzen als auch einfach kopfnickend auf dem Sofa sitzen möchte.

Anspieltipps:

  • Without You
  • #001
  • Glass
  • Tai Po Kau
  • It's All Over

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