Entombed A.D. - Back To The Front - Cover
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Entombed A.D. Back To The Front


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das ehemalige Death-Metal-Flaggschiff tritt in seine eigenen Fußstapfen.

Jeder, der ein wenig in Deathmetalogie aufgepasst hat, weiß, dass Entombed eine der Vorreiterbands der schwedischen Todesblei-Bewegung war. Die späteren Alben verloren zwar einiges an Biss und die letzte Scheibe „Serpents Saints - The Ten Amendments“ (06/2007) schmückte sich nicht gerade mit zeitlosen Innovationen, aber der Death´n´Roll-Aspekt der Truppe sorgte immer wieder für ein zartes Lächeln auf den Lippen, wenn etwa Lars-Göran Petrov seine raue Stimme zu den tiefergelegten Gitarren erhob. Damit ist nun vorerst Schluss. Oder auch nicht. Sicher ist auf jeden Fall, dass Petrov gemeinsam mit Nico Elgstrand (Gitarre), Victor Brandt (Bass) und Olle Dahlstedt (Schlagzeug) im alten Stil wieder die Bühnen unsicher machen möchte und hierfür das unter dem Banner Entombed A.D. (die Namensrechte von Entombed liegen bei Gründungsmitglied Alex Hellid) geschmiedete Debüt „Back To The Front“ vorgelegt hat.

„´Serpents Saints - The Ten Amendments´ war ein solides Album, aber offen gesagt, schwächer als vorherige (Entombed) Platten und auch der Vertrieb ließ zu wünschen übrig. Klar, wir spielten Shows in den folgenden Jahren, aber kamen mit dem Songwriting nicht so wirklich voran. Irgendwann packte uns aber dann doch der Eifer, wir spielten alte und neue Riffs und die Motivation kehrte zurück“ erklärt Lars, der vor dem Gang in die Aufnahmekabine wohl eine Extraportion Glasscherben gegurgelt hat. So durchtrieben klang der 42-Jährige jedenfalls schon lange nicht mehr, was „Back To The Front“ nach dem Eröffnungsbrett „Kill to live“ bereits einen unverrückbaren Pluspunkt einfahren lässt. Das zweite und eigentlich größte Kaufargument für das erste Werk unter neuem Namen ist aber ohne Zweifel das Oldschool-Feeling der Scheibe.

„Bedlam attack“ röchelt, als würde Death Metal noch in den Kinderschuhen stecken und „Second to none“ klingt wie eine schlammige Version eines Motörhead-Songs, die während eines Black Sabbath-Konzertes von den Reifen eines Monstertrucks gekratzt wurde. „Back To The Front“ hat aber nicht nur ein gelungenes Sparmenü zu bieten, der Auftakt von „Pandemic rage“ zeigt etwa, dass den vier Herrschaften auch einiges an Atmosphäre liegt und das punkige „Bait and bleed“ lockt unverzüglich in den Moshpit. Kürzere Geplänkel wie „Waiting for death“ und „The underminer“ lassen im vorrangig midtempolastigen Werk auch einmal den Fahrtwind spüren und wenn in „Eternal woe“ mit knochensplitterndem Groove die Saiten geschärft werden und „Soldier of no fortune“ das Album mit einem düsteren Epos beschließt, vergisst man recht schnell, dass hier eigentlich die Buchstaben A und D hinter dem Bandnamen stehen. Einen Klassiker stellt der neue, alte Stern am Death-Metal-Himmel damit zwar nicht, aber für den Anfang schmeckt die Vorspeise auf die kommenden Taten dieser Formation vorzüglich.

Anspieltipps:

  • Eternal Woe
  • The Underminer
  • Soldier Of No Fortune

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