Warbringer - IV: Empires Collapse - Cover
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Warbringer IV: Empires Collapse


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ernüchternder Nachschlag der Retro-Thrash-Formation mit einigen süchtig machenden Spitzen.

Es dürfte wahrscheinlich nur ein extremer Zufall sein, trotzdem ist an diesem Veröffentlichungstag im Thrash/Death Metal eine Sache besonders auffällig: Die holländische Old School-Bande Hail Of Bullets veröffentlicht mit „III: The Rommel Chronicles“ einen starken Nachfolger zu ihrem 2010er Werk „On Divine Winds“ und die Retro-Jungspunde von Warbringer liefern mit „IV: Empires Collapse“, was die römischen Ziffern im Titel betrifft, gleich das sukzessive Werk, sodass Metalfans aus aller Welt bedenkenlos zugreifen und mit einem Gefühl von Kontinuität den Musikladen ihres Vertrauens wieder verlassen können. Logisch, oder? Nun, nicht ganz! Der Hintergrund hinter den fortlaufenden Zahlen ist mit Sicherheit rein willkürlich oder ganz und gar zufällig, doch täuschen lassen sollte man sich von dieser interessanten Begebenheit auf keinen Fall, immerhin schwächeln Warbringer, während Hail Of Bullets gekonnt stark agieren.

Schuld an dieser Misere ist jedoch kein fehlgeschlagener Genre-Cocktail oder abhanden gekommene Spielfreude, nein, John Kevill (Gesang), John Laux (Gitarre), Jeff Potts (Gitarre), Ben Mottsman (Bass) und Carlos Cruz (Schlagzeug) haben sich einfach festgefahren. Paradigmatisch für diesen Vorwurf ist der Track „The turning of the gears“, der durchaus mit Schmackes aus den Boxen wummert, allerdings seine leicht progressiv angehauchten Versatzstücke mit einer Gleichgültigkeit präsentiert, dass einem allerhand Dinge einfallen, die gerade um einiges wichtiger oder spannender wären. Diese schulterzuckende Attitüde legen Warbringer leider auch nicht so schnell ab. „One dimension“ prügelt mit Gangshouts in Punk-Sphären umher, verheizt den mutigen Unterbau jedoch an ein starres Songkorsett und pfeilschnelle Retrokost wie „Hunter-seeker“, „Scars remain“, „Off with their heads!“ oder „Dying light“ ist zwar über jeden Zweifel erhaben, für eine Truppe, die immerhin der Speerspitze einer Bewegung angehören will, sollten aufgewärmte Elemente altbekannter Standards allerdings die Mindestanforderung und nicht bereits die Höhepunkte darstellen.

So schlagen sich Warbringer auf dem Rest der Platte mit dem Kater des Vorabends herum, der alles etwas dumpf und verwaschen wirken lässt („Black sun black moon“), erinnern sich an jene feuchtfröhliche Party („Iron city“) oder besinnen sich auf ihre Stärken, indem sie einige temporeiche Twists in den Thrash-Cocktail packen („Leviathan“) und zum Abschluss nach kurzer Black Sabbath-Reminiszenz den klassischen Thrash à la Slayer oder Exodus regieren lassen, bis kurz vor Schluss eine famose Abzweigung genommen wird, die den Track gehörig auf den Kopf stellt, aber zumindest für einen kurzen Moment voll thrashiger Glückseligkeit sorgt („Towers of the serpent“). Nach der gelungenen Vorstellung des Vorgängers „Worlds Torn Asunder“ (09/2011) durfte man von den Jungs jedenfalls mehr erwarten als nur einen technisch versierten und lediglich gelegentlich über den Retro-Standard springenden Longplayer.

Anspieltipps:

  • Dying Light
  • Scars Remain
  • Hunter-Seeker
  • Towers Of The Serpent

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