Pro-Pain - The Final Revolution - Cover
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Pro-Pain The Final Revolution


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein entspanntes Spätwerk, welches endlich wieder alle Trümpfe der New Yorker ausspielen kann.

Glaubt man Gary Meskil, so scheint es recht einfach, ein Album seiner Hardcore-Legende einzuspielen: „Das Album klingt extrem angefressen, also genau so, wie ein tolles Pro-Pain-Album klingen sollte. Auftrag ausgeführt!“ Ob dies wirklich reicht, wissen wohl nur er und seine Kollegen. Tatsache ist, dass selbst Pro-Pain in ihrer Diskographie Höhen und Tiefen hatten. Ihr 14. Streich „The Final Revolution“ gehört glücklicherweise zu den stärkeren Outputs, vor allem zu den stärkeren des neuen Jahrtausends. Es ist das erste Studioalbum seit den 90er-Jahren, auf dem Bandleader und Gründungsmitglied Gary Meskil das Zepter ergriffen und sowohl Musik als auch Text im Alleingang geschrieben hat. Das merkt man: „The Final Revolution“ ist sehr viel homogener als Vorgänger wie „No End In Sight“ (2008), „Absolute Power“ (2010) oder dem thrashigen „Straight To The Dome“ (2012).

Knackige 37 Minuten kloppen uns Gary und Co. die Fresse zum Kotelett. Die Mischung ist altbewährt und stimmt auch auf „The Final Revolution“. Diese Band hat genügend Jahre auf dem Buckel, um genau zu wissen, was die Fans wollen. Deshalb kommen Songs wie zum Beispiel „Can't Stop The Pain “, „Want Some?“ und „Emerge“ als mitreißender Groove Metal daher, den man streng genommen eigentlich nur live in seiner vollen Intensität erleben kann. Die Riffmonster „Problem Reaction Solution”, der direkt folgende Titeltrack oder „Mass Extinction“ dagegen haben das Potential, auch den headbangenden Kollegen voll und ganz abzuholen - immerhin gehen sie einen gelungenen Flirt mit Heavy Metal der alten Schule ein und pfeifen dem Hörer mehr astreine Gitarrensoli als sonst um die Ohren. Ihre Hardcore-Hörner stoßen sich Pro-Pain wie immer im reinrassigen Thrash ab, präsentieren „Under The Gun“ als knüppelharten und „Fall From Grace“ als bedrohlich pulsierenden Nackenbrecher.

Langjährige Fans freuen sich dann besonders über das recht am Anfang platzierte „One Shot One Kill”, welches mehr denn je auf eine Reise in die frühen 90er-Jahre mitnimmt und einen Ur-Crossover abfeiert, der heute anscheinend in Vergessenheit geraten ist. Während Elemente von diesem das gesamte Album wie immer durchströmen, ist „One Shot One Kill” ein gewaltiges Ausrufezeichen und ein nettes Geschenk für die treuen Fans. Ansonsten bleiben sich Pro-Pain als eine Band, die zwei Jahrzehnte Zeit zum Wachsen hatte, treu. Auch textlich wendet man sich aktuellen politischen Situationen zu und versucht die Belange des kleinen Mannes zu thematisieren, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu wild zu schwenken. Ausreißer in Form von „Southbound“, welches Meskils Pilgerreise und Selbst-Therapie behandelt, sind angenehme Auflockerungen.

Bei die Produktion entschieden sich Pro-Pain wie auch schon zuvor für den Schweizer V.O. Pulver (Gurd), der „The Final Revolution“ die gewohnt ruppige Produktion spendiert. Getreu dem Motto „Never change a winning team“ wurde also die bewährte Zusammenstellung beibehalten, was im Falle der New Yorker nur vernünftig sein kann. Deshalb ist „The Final Revolution“ zu dem Album geworden, welches Fans sehnlichst erwartet haben. Es ist hart, kompromisslos und äußerst kurzweilig. Und zeigt somit den Longplayern der jüngeren Vergangenheit frech den Stinkefinger. Hier konzentrieren sich Meskil und seine Jungs auf das Wesentliche, verweigern allzu große Experimente und sind dennoch so tiefenentspannt, dass es praktisch egal ist, ob die ersten grauen Haare aus der Glatze des Frontmannes sprießen oder nicht. Denn Pro-Pain funktionieren auch zum 14. Male wieder gut.

Anspieltipps:

  • One Shot One Kill
  • The Final Revolution
  • Problem Reaction Solution
  • Fall From Grace
  • Emerge

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