Corvus Corax - Gimlie - Cover
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Corvus Corax Gimlie


  • Label: Behßmokum Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine musikalische Reise in das goldene Zeitalter und die Mythen des sagenumwobenen Nordens.

Schon mit „Sverker“ (11/2011) begaben sich die Könige der Spielleute, Corvus Corax, in den sagenumwobenen Norden. Damit hat sich die Mittelalter-Formation aus Berlin ein völlig neues Gebiet und damit nicht nur neue Erzählwelten, sondern auch neue musikalische Ebenen eröffnet. Das Album selbst ist als Erfolg zu verzeichnen und die Live-Umsetzung in Kooperation mit den Trommlern der Taiko-Formation Wadokyo auf Festivals wie dem Summer Breeze oder dem Wacken Open Air beeindruckend.

Der neue Longplayer „Gimlie“ führt die angefangenen Geschichten nun auf gewisse Art und Weise fort. Der Schritt von der Ragnarök ins goldene Zeitalter ist getan. Damit sind sowohl die Themen wie auch die Motive der Lieder fröhlich gestaltet. Passend dazu liegt im ersten Teil des Albums eine absolute Leichtigkeit, die die Feierlaune unterstreicht und auch die Lobeshymnen deutlich werden lässt.

Ab „Grendel“ widmet sich der weitere Verlauf der Album-Zusammenstellung der Béowulf Sage. Vom Monster Grendel bis hin zum Helden Béowulf werden hier die Aspekte des Mythos in komplexe Klangwelten gehüllt. Ganz in der Tradition der Band reichen dabei auch Instrumentalstücke deutlich aus, um eine Geschichte zu erzählen. Highlight dabei ist die erste Coverversion einer modernen Metal-Hymne. Corvus Corax haben sich dabei für nichts anderes als „Twilight of the Thunder God“ von Amon Amarth entschieden und dafür von den Künstlern selbst deutliche Zustimmung erhalten.

Leider hat man im Verlauf des Albums immer wieder das Gefühl, nichts wirklich Neues zu hören. Natürlich ist es mit 24 Jahren Bandgeschichte und 14 Studioalben nicht immer einfach, das Rad neu zu erfinden. Trotzdem wird der Hörer es manchmal nicht ganz los. Ein kleines Manko findet sich außerdem in den Gesangsparts. Vor allem Castus als Solist verschwindet immer wieder in der Mächtigkeit der Arrangements und verliert so etwas die Rolle des deutlichen Geschichtenerzählers.

Damit verschwindet „Gimlie“ vor allem dank Epen wie der „Cantus Buranus“-Inszenierung und der Kooperation mit Wadokyo im deutlichen Mittelfeld der Gesamtdiskografie. Nicht, dass der Silberling und die Lieder darauf schlecht wären, denn für sich selbst gesehen erzählen sie durchaus erfolgreich ihre Geschichten. Und doch liegt der Charme von Corvus Corax nicht in ihren Studioalben, sondern darin, was sie auf den Bühnen der Welt aus ihrer Musik machen. Dort werden sie mit Sicherheit glänzen, doch im heimischen Wohnzimmer fehlt leider etwas der Wow-Effekt.

Anspieltipps:

  • Gimlie
  • Grendel
  • Twilight of the Thunder God

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