Peter Broderick - Float 2013 - Cover
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Peter Broderick Float 2013


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Traum für Kopf-Cineasten!

Peter Broderick ist ein Künstler. Diese Beschreibung trifft streng genommen auf jeden Musiker zu, doch Broderick muss man klar von der Pop-Welt abtrennen. Er ist Instrumentalist. Er schafft Soundscapes. Er ist ein Mensch, den Menschen eher hinter den Reglern vermuten und nicht auf großen Bühnen. Passend dazu ist auch die Wiederauflage seines im Jahr 2008 erschienen Albums „Float“ ein Kopfkino sondergleichen, welches uns in ein melancholisches, aber nie depressives Kabinettstück einlädt.

Besonders Fans von Indie-Filmen und -Videospielen werden sofort Anklang an dieser Musik finden. Broderick arbeitet mit klaren Motiven, die treiben, verschmelzen und sich entwickeln. Puristen werden den Musiker nicht mit Minimal-Vertretern vergleichen, doch der auf wenige Elemente aufbauende und sich stets wandelnde Stil Brodericks erinnert an einige der besseren Vertreter der klassischen Minimal-Musik. Ohne zu sehr auf dieses Genre zu bestehen, klingt „Float“ aber auch immer wie ein Soundtrack aus einem Guss. Die Lieder gehen ineinander über und trennen sich doch klar voneinander ab. Instrumente und Themen kommen immer wieder in verschiedenen Formen auf, sodass es sich anfühlt, als würde einem eine Geschichte erzählt werden.

Ähnlich konsequent wie der Soundtrack der Chemical Brothers zum stark unterbewerteten Film „Wer ist Hanna?“, aber eben viel ruhiger wie die Soundtrack von Indie-Spielen der Marke Journey und Flower, baut Broderick Stimmungen von Trauer, Hoffnung, Kälte, Geborgenheit, Zerbrechlichkeit und Mut auf und lässt Hörer in diesen schwelgen, ohne sie aufzuzwingen. Wer das Album voll auskosten möchte, der muss ein Freund von ruhigen Momenten sein. Wenn dies der Fall ist, dann rauschen diese 36 Minuten in einer meditativen Weise an Hörern vorbei und lassen diese hinterher erfüllt, nachdenklich, einfach Rand gefüllt von Emotionen wie aus einer Trance erwachen. Pop-Musik kann solche Tiefen meist gar nicht ergründen, doch dafür wird Brodericks „Float“ auch nur eine viel kleinere Anzahl an Menschen erreichen und ansprechen. Diesen wenigen ist allerdings ein kleines Stück Glückseligkeit in Form von Musik vorbehalten.

Anspieltipps:

  • An Ending
  • A Snowflake
  • Another Glacier

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