Cut Copy - Free Your Mind - Cover
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Cut Copy Free Your Mind


  • Label: Modular/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

80er Disco und House in moderner Verpackung.

Es ist das vierte Album der vierköpfigen Band aus Australien. Zuvor hatte sie mit „In Ghost Colours“ (2008) ein pulsierendes Werk für die Tanzflächen geschaffen, das an der Oberfläche zwar vor Euphorie strotzte, dem aber eine melancholische, teils düstere Grundstimmung nicht abzusprechen war. „Zonoscope“ (2011) verabschiedete sich von negativen Emotionen und war durchzogen von seichter Fröhlichkeit und Sorglosigkeit. Das nun vorliegende „Free Your Mind“ führt diese Entwicklung konsequent weiter.

Nach einem kurzen hypnotischen Intro, in dem dunkle Stimmen sich überlagern und den Albumtitel stetig wiederholen, geht es schon sehr sonnig mit dem Titeltrack los. „Free Your Mind“ ist bongo-lastig, temporeich und verwaschen. Der verträumte, einprägsame Gesang von Frontmann Whitford trifft auf zerstreute Chöre im Hintergrund und stimmt auf den Folgetrack „We Are Explorers“ ein. Ein glitzernder, treibender Track mit 80er Basssynths und Trommeln. Mit langsamerem Beat nehmen Cut Copy in „Let Me Show Your Love“ ein wenig das Tempo raus, doch der Track kocht. Brodelnde Bässe und unnachgiebige Keyboardklänge bauen den Song scheinbar auf, treiben ihn in immer dichtere Arrangements, bis am Ende nur noch der hämmernde Beat ausläuft.

„Footsteps“ nimmt mit einem einleitenden Interlude im Rücken wieder mehr Fahrt auf. Klassischer 80er Housebeat, sphärische Synthies und allerlei elektronisches Gefrickel, wie es die ganze Zeit schon das Album durchzogen hat, schallen dem Hörer entgegen. „Dark Corners And Mountain Tops“ verabschiedet sich schließlich von Housebeats und schlägt mit akustischer Gitarre und rhythmischem Klatschen die Richtung Indie-Pop ein, endet aber in Synthie-Schleifen und Echos. So findet das Album mit „Meet Me In A House Of Love“ zum typischen Discohouse zurück. „Take Me Higher“ führt das fort, hat aber mit durchgängigem Gesang, exotischen Samples und schöner Bassline viel mehr zu bieten. Nach einsetzenden Chören findet es in „(The Waves)“ ein atmosphärisches Ende.

Mit „Mantra“ kommt das Album zum Abschluss, indem es die Vocals von „Free Your Mind“ wieder aufgreift und glitzernd und piepend gen Himmel steigt. Cut Copys viertes Album ist wieder voll von Anleihen aus den 80er- und 90er-Jahren, doch schafft es gleichzeitig, sich seine eigenen Charakteristika zu erhalten. Es bleibt sonnig in Australien, das scheinen Cut Copy vermitteln zu wollen. Gegen Lebensfreude ist nichts einzuwenden, doch die Fähigkeit, geschickt zwischen Emotionen und Tempos zu wechseln, wie sie es auf „In Ghost Colours“ demonstrierten, scheint ihnen abhanden gekommen zu sein. Dennoch ist „Free Your Mind“ eine gekonnte Weiterentwicklung von „Zonoscope“.

Anspieltipps:

  • We Are Explorers
  • Let Me Show You Love
  • Dark Corners And Mountain Tops
  • Mantra

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