Maria Taylor - Something About Knowing - Cover
Große Ansicht

Maria Taylor Something About Knowing


  • Label: Saddle Creek/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mutterglücks- und Frühlingsgefühle. Eine schwelgerisch-träumende Maria Taylor schreibt dennoch gute Songs.

Die US-Singer/Songwriterin Maria Taylor bildet zusammen mit Orenda Fink das Dream-Pop-Duo Azure Ray. Als Solokünstlerin legt sie nun mit dem Titel „Something About Knowing“ ihr fünftes Album vor. Ihr neuer Longplayer entstand unter besonderen bzw. anderen Umständen, schließlich ist sie zum ersten Mal Mutter geworden. Das Komponieren und die Demoaufnahmen waren nur möglich, wenn ihr Sohn schlief. Die Mutterfreude und neuempfundene Verantwortung spiegeln sich auch in den zehn neuen Songs wider.

Gegenüber dem Vorgänger „Overlook“ lässt Maria Taylor dieses Mal etwas mehr Elektro-Elemente einfließen, die jedoch immer den Draht zum Songwriter-Pop spannen. Hatte sie auf „Lady Luck“ und „Lynn Teeter Flower“ mit den Arrangements vorsichtig experimentiert, besinnt sie sich auf ihrem aktuellen Werk einer schlichteren Herangehensweise. So startet sie mit dem simplen Titel „Folk Song Melody“, dem nur der Zusatz ‚Dreamy‘ fehlt, denn es handelt sich um ein atmosphärisch verträumtes Lied, das den Hörer sanft abheben lässt. Überhaupt strahlen die Titel vor Zufriedenheit und Glückseligkeit, eigentlich keine passenden Attribute für ein gelungenes Singer/Songwriter-Werk.

Maria Taylor hat auch zuckrigen Glam- („Up All Night“) und verhallten Mainstream-Pop („Tunnel Vision”, „This Is It“ und der Titelsong) in petto. Was sich negativ liest, kommt ziemlich rund und gelungen aus den Boxen, die Taylor kann halt Songs schreiben, selbst wenn das Babyphone neben ihr steht. Der Synthie-Dream-Pop wie wir ihn von Azure Ray kennen, kommt annähernd bei „Sum Of Our Lives“ zur Geltung. Die ruhigen bzw. in die Folk/Country-Richtung zielenden Titel wie „You’ve Got A Way With The Light“, „Broken Objects“, „Saturday In June“ und - unvermeidlich für eine Mutter - „A Lullaby For You“ sind ebenso von jenen mütterlichen Glückshormonen erfüllt, wie die anderen.

Maria Taylor ist beinahe in die Ich-bin-Mutter-und-alles-ist-wunderbar-Falle getappt, ist jedoch mit so hohem Songwriting-Talent gesegnet, dass auch ihr fünftes Album gut durchzuhören ist. Dass Kinder größer werden, in Trotzphase und Pubertät kommen, wird Maria als Liederschreiberin zukünftig nicht schaden. „Something About Knowing“ ist eine Frühlingsplatte im Herbst, die aber auch das Tanzen des bunten Herbstlaubs simulieren kann. Leichtigkeit, Ausgelassenheit und Nachdenklichkeit schimmern hier durch. „What’s So Funny About Love, Peace And Understanding?“

Anspieltipps:

  • Folk Song Melody
  • You’ve Got A Way With The Light
  • Broken Objects
  • Saturday In June

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

More Blood, More Tracks: Bootleg Series Vol. 14
  • 2018    
Diskutiere über „Maria Taylor“
comments powered by Disqus