Winds Of Plague - Resistance - Cover
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Winds Of Plague Resistance


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein primitives, aber immerhin mitten in die Magengegend dreschendes Deathcore-Vergnügen.

Wenn Jonathan Cooke (Gesang), Nick Eash (Gitarre), Nick Piunno (Gitarre), Andrew Glover (Bass), Alana Potocnik (Keyboard) und Brandon Galindo (Schlagzeug) auf Tour gehen, kann man sich sicher sein, dass es neben blauen Flecken auch den einen oder anderen Knochenbruch zu beklagen gibt, und das, obwohl die Deathcore-Truppe mit ihrem letzten Werk „Against The World“ (04/2011) mit einer miesen Produktion und schwachen Songs zu kämpfen hatte, was nicht unbedingt zu Jubelschreien führte, als der Nachfolger angekündigt wurde. Winds Of Plague dürften jedoch aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und zeigen sich in „Resistance“ nicht nur qualitativ von einer besseren Seite, auch die Bässe wummern endlich wieder, wenn sie es sollen.

Überwacht von Will Putney (Suicide Silence, Fit For An Autopsy, Exhumed) donnert bereits der obligatorisch-schwülstige Opener „Open the gates“ aus den Boxen, gefolgt von einer Hookline, die sich Fans bereits auf den Oberkörper tätowieren lassen können, um im Eifer einer Wall Of Death nicht zu vergessen, ihrem Gegenüber „Say hello to the undertaker / Say goodbye when you meet your maker“ ins Ohr zu brüllen. „Sewer mouth“ knallt mit einem Gastauftritt von Vincent Bennett (The Acacia Strain) ebenfalls mächtig um die Ecke und bietet geradliniges Moshpit-Vergnügen, bis „Left for dead“ eine wuchtige Hardcore-Breitseite offenbart, die in „One foot in the grave“ mit Cradle Of Filth-Horroratmosphäre und derben Grooves gewürzt wird.

Anschließend konzentrieren sich Winds Of Plague darauf, das primitive Grundbedürfnis nach saftigen Arschtritten zu besänftigen, legen in „Time to reap“ und „No man is my master“ mit einer unbändigen Zerstörungswut im Bauch sämtliche Häuserblocks in Schutt und Asche, geleiten in „United through hatred“ wieder Papa Hardcore auf die Schlachtbank und walzen mit dem gesetzteren „Good ol´ fashion bloodbath“ die Wogen wieder glatt. Für den Abschluss haben sich Cooke & Co. dann etwas ganz Besonderes einfallen lassen, denn „Snake eyes“ (eigentlich ein Zweiteiler bestehend aus „Snake eyes“ und „Looking for a better day“) jagt zuerst als temporeiche Glanzstunde nahtlos durch verschiedenste Geschwindigkeitsabschnitte, während Teil 2 zwar nur stures Geprügel liefert, aber „Resistance“ zumindest konsequent und kompromisslos zu einem Ende kommen lässt.

Somit ist die vierte Langrille aus dem Hause Winds Of Plague wieder eine Anlaufstelle für alle Irren da draußen geworden, die ihren Deathcore möglichst chaotisch, aber auch mit einer saftigen Prise Melodie und Hardcore verzehren wollen. Das Songwriting des Sechsers zählt auch weiterhin nicht zu den Glanzleistungen des Genres, aber zumindest in Sachen Produktion und Härte stimmt dieses Jahr die Kosten/Nutzen-Rechnung. Was will man mehr?

Anspieltipps:

  • Left For Dead
  • No Man Is My Master
  • One Foot In The Grave

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