New Young Pony Club - NYPC - Cover
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New Young Pony Club NYPC


  • Label: The Numbers/ALIVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Spaßige, haftende Melodien in dürftiger Produktionsqualität.

New Young Pony Club sind nur noch zu zweit. Die beiden Gründungsmitglieder Tahita Bulmer und Andy Spence entschlossen sich, die Entscheidung, sich von den beiden anderen Mitgliedern zu trennen, auch gleich mit einem, naja, neuen Bandnamen zu unterstreichen. Fortan heißt das Duo nur noch NYPC. Selbigen Titel hat auch das dritte Album der Band erhalten.

Warum drittes und nicht Debüt-Album? Letztlich ist die Band dieselbe und ihrem Sound treu geblieben. Nach einem von Kritikern eher mit gemischten Gefühlen aufgenommenen „The Optimist“ (2010) ist es Bulmer und Spencer zwar gelungen, ihren Klang deutlich zu verfeinern und aufzuräumen, doch von einem kompletten Neuanfang kann man wohl nur im Fall der nun bandlosen Ex-Mitglieder sprechen. Das soll aber kein Vorwurf an die neuen NYPC sein.

„NYPC“ hat einfache Songstrukturen, einen klaren Sound und wie immer Hooks, die den Hörer so schnell nicht wieder loslassen. „Sure As The Sun“ beispielsweise. Die Zeile „Last night we went to a modern home“ bleibt eine Weile im Ohr kleben. Auch „Things Like You“, textlich eine Anspielung auf die Ursprünge der Band, verschwindet nach dem Hören nicht einfach wieder. NYPC scheinen hier ihre Ohrwurm-Qualität auf die Spitze getrieben zu haben, deren Opfer zu sein, Spaß macht. Die Musik ist treibend und bietet mit unter anderem hallenden Keyboard-Tönen und Hafen-Synthies („Now I'm Your Gun“), knarzenden Bässen („You Used To Be A Man“) und 8-Bit-Bässen zu Xylophon-Klimpern („Everything Is“) genug Abwechslung.

Seltsam mutet jedoch durchaus die schwankende Produktionsqualität der Songs an. „I Came Through For You“ klingt, wie auch gegen Ende „Things Like You“, blechern, flach und stellenweise geradezu unharmonisch. Auch „You Used To Be A Man“ ist, vor allem im Bass, längst nicht so voluminös, wie es vermutlich hätte sein sollen. Dafür ist die Qualität manch anderen Songs überaus gut. „Play Hard“ ist mit minimalistischem Beat und simplen E-Gitarren-Riffs ausgestattet, die durch einen Verzerrungs-Effekt gejagt werden. Der Fokus des Songs liegt auf Bulmers Stimme, die, manchmal atemlos, manchmal schräg klingend, Aufmerksamkeit schafft.

„NYPC“ ist eigentlich ein wunderbares Album, das Aufmerksamkeit verlangt und sich schwer wieder abschütteln lässt. Doch, abgesehen von der Tatsache, dass es durchaus eine Weiterentwicklung vom Vorgängersound ist, erweist sich die Produktion einzelner Tracks als mehr als dürftig. Vom Hörer wird man auch nicht verlangen können, dass jedes neu eingebrachte Instrument, jeder neue Synthie, der im vorherigen Track nicht gespielt wurde, geschätzt wird. Insofern relativiert sich das Argument der Abwechslung auch schnell wieder, weshalb „NYPC“ der Beginn eines gewollten Neuanfangs ist, der Spielraum nach oben lässt.

Anspieltipps:

  • Hard Knocks
  • Sure As The Sun
  • Play Hard
  • Everything Is

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