Mooryc - Roofs - Cover
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Mooryc Roofs


  • Label: Freude Am Tanzen
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ambient und Pop treffen aufeinander.

Maurycy Zimmermann ist Produzent und Sänger hinter Mooryc. Der Wahl-Berliner ist 31 Jahre alt und kann dementsprechend bereits einiges an Musikerfahrung vorweisen. Seine Eltern waren Freunde von Jazz und Vinyl und brachten ihm die Musik als akademische Disziplin näher. Mit sieben Jahren fing er an, Klavier zu spielen, im Laufe der Zeit sollen Gitarre, Schlagzeug, Bass, Geige, Saxophon und Synthesizer folgen. Am Ende mischt er nicht nur diese Instrumente, sondern auch die Genres, die er liebgewonnen hat. Neben Peter Gabriel, Paul Simon und Bach sind irgendwann auch Boards of Canada und Aphex Twin zu finden.

Das schlägt sich nicht zuletzt auch auf Moorycs Debütalbum nieder. „Open It“ läuft zusammen mit hallenden Synthesizerklängen auf einem Italo-Disko-Beat, der schließlich mit Scheibenwischer-Effekt und voluminöseren Klängen im Hintergrund zum Ambient-Track mutiert. Mit „Jupiter“ weitet Mooryc die Melancholie, die er im Opener schon anschneidet, noch weiter aus. Eine einfache, gezupfte Gitarrenmelodie wird von stampfenden Beats und tiefen Klaviertönen begleitet, die später von knarzenden Bässen ersetzt werden. Maurycy bietet dazu einen Singsang, den man nach mehrmaligem Hören entweder schon mitsingt oder zumindest mitsummt.

Ähnlich ergeht es dem Hörer mit „Bless Me“, das in Atmosphäre und eingespieltem Vinylkratzen stark an Burials Kreationen erinnert, oder „Powerless“. Beide Tracks haben eine sehr eingängige Vocalmelodie, der man schon nach dem zweiten Hören folgen kann. Am besten schafft das allerdings „Say No More“, der durch Maurycys tiefe, zögerliche Stimme noch weiter in die Traurigkeit gerissen wird, der gleichzeitig zum Mitsingen gemacht scheint, weil sich viele Textpassagen oft wiederholen. „You Destroy Both Of Us / Both Of Us / Say No More“ beispielsweise. Mit akzentuierten Two-Step-Rhythmen und verspielteren Synthies sagt Mooryc auf „Turtle“ dann nochmal dem britischen Future Garage Genre Hallo. „Limbo 2“ ist zuletzt ein klarer Wink Richtung Boards of Canada, allerdings weniger abwechslungsreich, was durch die Vocals aber durchaus ausgeglichen wird.

„Roofs“ ist ein klar arrangiertes Werk, das sich mit Maurycys Gesang stilistischen zwischen Pop und beatlastigem Ambient bewegt. Melancholie begleitet das Album von vorne bis hinten, was ihm ein wenig der Farben beraubt. Doch abgesehen davon ist diese Platte gut produziert und interessanterweise so zusammengestellt, dass sie komplex scheint, aber ihr einfach zu folgen ist.

Anspieltipps:

  • Jupiter
  • Say No More
  • Turtle

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