Sebastien Tellier - Confection - Cover
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Sebastien Tellier Confection


  • Label: Record Makers/ALIVE
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein etwas zu einseitiges Konzeptalbum.

Tellier wurde im Jahr 1999 „entdeckt“. Nach einem einzelnen Beitrag auf einem Sampler wurden Godin und Dunckel von Air auf ihn aufmerksam und nahmen Tellier auf ihrem eigenen Label unter Vertrag. Den Großteil seiner Alben, außen Tellier im Portrait, innen eine Mischung aus Gainsbourg-inspiriertem französischem Chanson, Pop, Downtempo-Rhythmen, Live-Instrumentierung und gelegentlich Elektro („Sexuality“, das in Zusammenarbeit mit Daft Punks Homem-Christo entstand).

Mit „Confection“ tritt der Pariser zurück in alte Fußstapfen mit romantisch aufgeladenen Songs. Doch dieses Mal setzt der Herr mehr auf die Kraft einzelner Instrumente und relativ karge Arrangements. „Adieu“ eröffnet passend melancholisch mit einem Piano in Begleitung eines wortlosen Soprans. Eine trauernde E-Gitarre und ein langsamer Beat treten hinzu. „Coco“ funktioniert ähnlich, der Beat etwas schneller, doch die Instrumente weiterhin schwerfällig, geradezu melodramatisch und atmosphärisch. Erst mit „L'Amour Naissant“ fängt Tellier selber an zu singen, ruhig, den Hörer umgarnend, werbend. Tiefe Bässe steigen auf und tauchen wieder ab, das Piano klimpert mal im Hintergrund, drängt sich gegen Ende in hohen Tönen und elektronisch manipuliert nach vorne. Doch die Zusammenstellung der Tracks wirft im Fall von „Waltz“ Fragen auf. Nach vielen ruhigen, dramatischen Stücken ist „Waltz“ wie ein Besuch der Kirmes nach einem luxuriösen Dinner im Ritz-Carlton. Noch mehr fehl am Platz geht eigentlich kaum.

„Confection“ ist ein melancholisches Album, das scheinbar der Liebe gewidmet ist. Manchmal eindeutig zu kitschig, doch Telliers fünftes Album ist sowieso nicht für jedermann. Kitsch und viele atmosphärische, instrumentale Stücke machen abgesehen vom erwähnten „L'Amour Naissant“ das komplette Album aus. So eignet sich der Longplayer eindeutig als mal etwas andere Hintergrundmusik. Die instrumentalen Tracks folgen einer festen Logik atmosphärischer Effekte, melancholischer Piano-Akkorde und langsamer Downbeats, der leicht zu folgen ist. Aus diesem Grund und aufgrund sich zu häufig wiederholender Akkorde verliert das Album jedoch viel von dem Reiz, der aus dem Experiment des Minimalismus und der Atmosphäre hervorgeht. Nicht selten kriegt man das Gefühl, dasselbe Stück wieder und wieder, allenfalls mit leichten Änderungen, zu hören. Was wohl auch daran liegt, dass auf „L'Amour Naissant“ zwei weitere Stücke aufbauen und „Curiosa“ gleich zweimal Platz auf dem Album findet.

Anspieltipps:

  • L'Amour Naissant
  • Hypnose
  • Le Delta Des Amours

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