The Sounds - Weekend - Cover
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The Sounds Weekend


  • Label: Arnioki/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Was ist nur aus den Sounds geworden?

Im Januar 2011 luden The Sounds in den Berliner Postbahnhof, um Auszüge ihres bevorstehenden Albums „Something To Die For“ vorzustellen. Nicht mit dem gewünschten Effekt, wie sich bald zeigen sollte: Die neuen Songs waren öde - vor allem im Vergleich zu „Seven Days A Week“, „Rock’n’Roll“, „Painted By Numbers“ und wie die ganzen glanzvollen Nummern von Maja Ivarsson und ihren Kollegen noch so heißen. Dieser Abwärtstrend, der sich schon mit dem nicht mehr ganz so gelungenen „Crossing The Rubicon“ (2009) andeutete, bewahrheitete sich mit der besagten „Something To Die For“-Platte vehement und wird nun mit dem fünften Album der Schweden bedauernswerterweise geradezu manifestiert.

„Weekend“, so der Titel dieses frischen Werkes, ist im Grunde genommen kaum brauchbares Material einer Band, die viel zu oft nur noch wie ein qualitativer Schatten ihrer selbst klingt. Der Opener „Shake Shake Shake“ kann mit einer kleinen Portion Euphemismus noch als „ganz ok“ durchgewinkt werden - immerhin sind wir hier in Sachen Sing-Along-Refrain noch auf einem verhältnismäßig hohen Level. Beim blassen „Take It The Wrong Way“, dessen Positionierung an zweiter Stelle zu denken gibt, wird die Luft schon etwas dünner, bevor sie beim glasigen „Hurt The Ones I Love“ nahezu aufgebraucht scheint. Was ist nur aus den Sounds geworden? Soll dieses erste Album-Drittel, das von dem schwachen Vorabtrack „Weekend“ vervollständigt wird, wirklich Lust auf weitere sieben Songs machen? Die Spannung ist hier schon lange raus.

Und sie kommt im weiteren Verlauf auch nicht wirklich zurück. Zugegeben, „Great Day“ bleibt trotz seines übertriebenen Pop-Flairs im Gedächtnis hängen und, sieh an, „Outlaw“ rockt sogar fast wie in alten Zeiten. Aber das alles zerbröselt förmlich mit den Synthie-Anfangsklängen des langweiligen „Too Young To Die“ und dem völlig misslungenen „Panic“, zu dem auch eingesessenen The Sounds-Fans nicht mehr viel einfallen wird. Da wünscht man sich ja das seinerzeit belächelte „Beatbox“ (2009) zurück! Das ist alles zu viel Plastik, hier auf „Weekend“, auch mit einer so schönen Ausnahme wie „Animal“ im Gepäck. Der von einer Akustikgitarre und Clap-Geräuschen getragene Track bleibt die letzte Ausstiegsmöglichkeit, bevor diese bisher schon wenig überzeugende Scheibe völlig den Halt verliert und am Ende geradezu stumpfsinnig wird. Das gab es von den Sounds so noch nicht und sollte es auch nicht wieder geben! Und noch eine Premiere hält „Weekend“ bereit: Es ist die erste Sounds-LP ohne mitreißende Single-Auskopplung. Und überhaupt: Je öfter man dieses Album hört, desto weniger kann man glauben, dass diese Band tatsächlich Festival-Abräumer wie „Dorchester Hotel“ und „Ego“ geschrieben hat. Es erscheint fast unglaublich.

Anspieltipps:

  • Animal
  • Shake Shake Shake

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