Chris Grant - It´s Not About War! - Cover
Große Ansicht

Chris Grant It´s Not About War!


  • Label: 359 Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Guter britischer Songwriter-Pop mit Folk- und Soft-Rock-Elementen.

Das waren noch Zeiten, als Alan McGee das Label Creation Records ins Leben gerufen hat. Davor war er in der Band Biff Bang Pow!, um schließlich mit jener legendären Plattenfirma Interpreten wie Oasis, Teenage Fanclub, Primal Scream u.a. unter Vertrag zu nehmen. Nachdem sich McGee aus dem Musik-Business zurückgezogen hatte, ist er nun wieder voller Tatendrang und tritt mit 359 Music in Erscheinung. Vielleicht werden Namen wie John Lennon McCullagh, Mineral, Pete MacLeod und Chris Grant in Bälde hoch gehandelt. Letzterer kommt aus Liverpool, spielte in einer Band namens The Grants und legt nun nach der Single „It’s You“ sein Debütalbum „It’s Not About War!“ vor.

McGee hat Chris Grant im Jahr 2007 über MySpace kennengelernt, als er noch Frontmann von The Grants war. Er hätte Grant schon damals gesignt, hatte jedoch seinerzeit kein Label. Wie sehr er an ihn glaubt, wird durch folgendes Zitat deutlich: „Chris könnte einer der wenigen Künstler in der Geschichte Liverpools sein, die nach Echo & The Bunnymen und The La’s aus dem Schatten von The Beatles treten könnten.“ Hohes Lob von berufener Seite. Hält Grant diesem auch Stand?

Zunächst darf festgestellt werden, dass der Brite gute und stimmige Songs schreiben kann, die sich im Spannungsfeld Songwriter-BritPop („Like A 45“, „Maybe Now“), Folk („It’s You“, „Baby Pink“) und Soft-Rock („Our Story“, „Pretty Mean“) bewegen. Dabei scheinen die Inspirationsquellen zwar durch, Grant jedoch verfügt über ein Maß an kreativem Potential, das ihn als eigenständigen Singer/Songwriter ausweist. Hierzu trägt seine hohe, weiche, Emotionen transportierende Stimme bei, die er wahlweise behutsam oder bestimmt einsetzt.

Zudem beherrscht er die Kunst, die Arrangements nicht zu überfrachten. Es gelingt ihm, immer das richtige Maß anzulegen, so dass die Titel schlüssig in Form und Inhalt daherkommen. Ein Umstand, der im Genre Brit- und Songwriter-Pop den Unterschied ausmacht. Die meisten Songs bewegen sich zwischen Balladen- und Midtempo, sind fein gesponnene Kompositionen, die leicht ins Ohr gehen, ohne dabei an Substanz zu verlieren. Dennoch ist das Album der ganz große Wurf nicht. Es fehlt vielleicht die letzte Prise Salz oder das Sahnehäubchen, aber damit darf bei einem Talent wie Chris Grant für die nächsten Alben gerechnet werden.

Anspieltipps:

  • It’s You
  • Like A 45
  • Maybe Now
  • Baby Pink

Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
Diskutiere über „Chris Grant“
comments powered by Disqus