Seether - 2002-2013 - Cover
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Seether 2002-2013


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 106 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein kackender Hund als Covermotiv. Das ist doch mal eine ästhetische Augenweide!

Ein kackender Hund als Covermotiv. Das ist doch mal eine ästhetische Augenweide und ein lustiger Gag zugleich, um eine schnöde Compilation anzupreisen, die den langweiligen Titel „2002-2013“ trägt. Doch dahinter verbirgt sich weit mehr als der geneigte Hundefreund vermuten würden. Die Retrospektive „The Greatest Hits And The Might Have Missed”, so der vollständige Titel des vorliegenden Doppelalbums, präsentiert B-Seiten, Demos, 15 Hitsingles sowie drei brandneue Songs der Band Seether aus Johannesburg, Südafrika, die inzwischen seit mehr als zehn Jahren besteht und vor allem in der aufkeimenden Nu-Rock- und Post-Grunge-Welle zu Beginn der Nullerjahre internationale Erfolge feierte.

Am erfolgreichsten waren Shaun Morgan (Gesang, Gitarre), Dale Stewart (Bass) und John Humphrey (Drums) seit jeher in ihrer Heimat und in den USA, wo die Gruppe elf Nummer-1-Singles platzieren konnte. Am bekanntesten dürfte sicher das Duett mit Amy Lee (Sängerin der Band Evanescence) sein. Der ursprüngliche Akustiksong „Broken“ wurde im Jahr 2004 für den Soundtrack zum Film „The Punisher“ nochmals zusammen mit dem amerikanischen Stimmwunder als rockigere Version aufgenommen, die auf der ganzen Welt hohe Chart-Positionen einfuhr. Damit waren Seether auf einen Schlag weltweit bekannt und fester Bestandteil des Nu-Rock-Hypes.

Mit insgesamt 27 Stücken auf zwei CDs lassen Seether ihren ersten Lebensabschnitt als Rockband nun Revue passieren und der geneigte Hörer kann sich dem markanten Nu-Rock-Sound mit tiefer-gestimmten Gitarren, Laut-Leise-Variationen und einem immer leicht depressiv wirkenden Gesang ein weiteres Mal annähern. Dabei fällt auf, dass die Südafrikaner ein Klangbild geschaffen haben, das sich zwar an Bands wie z.B. Alice In Chains, Nirvana und Soundgarden orientiert, aber nicht die Authentizität des eigenen Songwritings aufs Spiel setzt.

Ein Geheimnis des Erfolgs von Seether ist, dass man sich ihre alten Songs noch heute gerne anhört, was auch für die Tracks auf der „The Might Have Missed”-CD gilt, die das Schaffen des Trios abseits der Hitparadenwelt aufzeigt und mit „Seether“ eine wie die Faust aufs Auge passende Coverversion des 1994er Hits der Indie-Band Veruca Salt beinhaltet. Damit schließt sich das Geschichtsbuch der ersten Dekade um eine Band, die auch heute noch die Nu-Rock-Fahnen hochhält, ohne peinlich und gestrig zu wirken.

Anspieltipps:

  • Remedy
  • Tonight
  • Gasoline
  • The gift
  • Fake it
  • Driven under
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