Miraculous Mule - Deep Fried - Cover
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Miraculous Mule Deep Fried


  • Label: Bronzerat Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Maultierblues aus London: Gespenstisch, polternd und scheppernd!

Miraculous Mule sind ein Trio aus London, das mit einer gleichnamigen EP im Jahr 2011 debütierte. Das mirakulöse Maultier setzt sich aus dem Brüderpaar Michael J. Sheehy (Gesang, Gitarre) und Patrick McCarthy (Gesang, Bass) sowie Ian Burns (Schlagzeug) zusammen. Sie selbst bezeichnen ihren Stil als „Rock’n’Roll infizierte Spirituals und gefährlichen Blues“ oder „aus den Teilen Jesus, Elvis, Soul und Garage Blues“ bestehend. Sheehy war früher bei Dream City Film Club, veröffentlichte solo mit den Hired Mourners und unterhielt die Band Saint Silas Intercession. In den meisten Fällen stand ihm sein Bruder Pat zur Seite, die folglich ein eingespieltes Team abgeben. Die beiden wuchsen mit dem Rock’n’Roll auf und ihre musikalischen Eltern waren Elvis Presley und Tammy Wynette.

Nach der EP, die auf Stag-O-Lee Records erschien, gehen sie nun mit „Deep Fried“ über die volle Länge. Miraculous Mule greifen dabei überwiegend auf Traditionals und alte Songs zurück. Dabei lassen sie es mit „Run On“ noch relativ ruhig angehen, weisen aber bereits das mirakulöse in ihrem Bandnamen nach. Denn die wundersame Behandlung, die sie jenen alten Titeln beibringen, greift hier wiederholt. Nicht nur auf diesem Opener hallen förmlich die gespenstischen Chorstimmen von Dr. Johns Meisterwerk „Gris-Gris“ nach. Dabei ist es immer wieder die Stimme von Alex Petty, die geheimnisvolle Silben im Hintergrund zaubert. Zudem versteht sie es, die Percussions zu bedienen, und ist sozusagen das vierte Mitglied des Trios.

„Satisfied“ rockt aus einer tiefen dunklen Hölle heraus und der „Dangerous Blues“ poltert so schwer und raumgreifend, wie es weiland Howlin‘ Wolfs Art war, dabei handelt es sich um einen Song von Mattie Mae Thomas. „Evil On My Mind“ kriecht wie eine giftige Schlange auf der Erde, die pure Verführung, die uns zur Beichte schickt: „Lord, I Just Can’t Keep From Crying“ ist ein stilles Flehen und Sehnen, das uns geheimnisvoll in den Schlaf wiegt. Die Stille trügt, denn „Early In The Mornin‘“ ist ein gespenstischer Weckruf, der uns den Tag über begleitet. Nachts lauert an einer dunklen Straßenecke die „Bal’Headed Woman“, die uns zu einem ominösen, Hallelujah singenden „Country Circuit Preacher“ führt. „I’m A Soldier“ scheppert Stromgitarren verzerrt und marschiert zum harten Blues-Rock riffenden „Prettiest Train“.

„Deep Fried“ ist Tod und Geburtsstunde des „Voodoo-Gospel-Blues-Rock“, wie es der Chef des Plattenlabels Glitterhouse nennt. Es ist ein Rasseln und Scheppern, ein Gespensterchorstimmen-Blues und Voodoo-Zauber. Es poltert und geistert, es ruft und fleht. Es liegt auf der Lauer und kriecht, es schnaubt und spuckt. Schuld und Sühne, Gift und Galle, Wunder und Untergang. Ein waidwundes Rock’n’Roll-Geheimnis!

Anspieltipps:

  • Satisfied
  • Evil On My Mind
  • Bal’Headed Woman
  • Prettiest Train

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