Eat The Gun - Stripped To The Bone - Cover
Große Ansicht

Eat The Gun Stripped To The Bone


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 33 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gänzlich unbeschwert und natürlich haben die Münsteraner endlich ihr Ziel erreicht.

Auf der Bühne mit H.I.M., den Donots, den Hosen oder auf dem Wacken? Das muss nicht zwangsläufig ein Indikator für Qualität sein - und im Falle dieser Band dann irgendwie doch. Hendrik Wippermann (Gesang, Gitarre), Gereon Homann (Schlagzeug) und der Neue an Bord, Peter Bergmüller (Bass), sind Eat The Gun, kommen aus Münster, wurden im Jahr 2002 gegründet und haben sich den Erfolg nach und nach erarbeitet. Nach drei Longplayern legen sie nun endlich nach und zeigen sich stärker denn je. Aus eventuellen Fehlern der Vergangenheit haben sie gelernt, spielen ihre vierte Langrille „Stripped To The Bone“ clever ein und konzentrieren sich aufs Wesentliche. Eat The Gun beweisen, dass sie zu den Bands gehören, die streng genommen nichts weiter als einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, eine glückliche Fügung, ein Zur-richtigen-Zeit-am-richtigen-Ort-Sein benötigen, um eine extrem große Zielgruppe abholen zu können.

Klar, Hardrock spielen viele und auch Eat The Gun erfinden das Rad nicht neu. Aber Songs wie beispielsweise die gleich am Anfang des Albums platzierten „At The End Of The Day“, „Loner“ und „Wake Me Up“ sind so herrlich unbeschwert, leichtfüßig und schmissig, dass es schade wäre, wenn nur ein harter Kern sich an denen erfreuen würde. Die funktionieren nämlich sowohl auf der Fachschaftsparty, als auch im heruntergekommenen Club ganz vorzüglich. In bester Danko-Jones-Manier hingegen rocken sich „Apocalyptic Blues“, „Hot Blood“ oder die wahnsinnig eingängigen „Addiction“ und „Made Of Stone” in Herz und Verstand. „Small Dose Of Death” verbindet dagegen hundsgemeine Turbonegro-Action mit der Coolness von Motörhead und fluffigem College-Rock. Hängen bleibt auf „Stripped To The Bone“ eine Menge - in Sachen Hardrock mit Partyqualitäten ist das auch die einzig richtige Entscheidung. Sänger Hendrik erklärt, dass die Songs zuerst auf der Akustikgitarre komponiert wurden, dass besonderes Augenmerk auf Melodie und Texte gelegt und die jeweilige Kompositionen erst anschließend angehärtet wurde. Keine schlechte Idee! Jeder Song glänzt am Ende mit enormer Energie und schreit förmlich danach, auf einer großen Bühne vorgetragen zu werden.

Eine echte Weiterentwicklung zu Outputs wie „Runner“ (2011) oder „Super Pursuit Mode Aggressive Thrash Distortion“ (2009) also? Nein, keine Weiterentwicklung - vielmehr ein erfolgreiches Feilen am eigenen Sound. Fanden sich auf den vorhergegangenen Alben noch Filler, ist „Stripped To The Bone“ ein durchgehend hochwertiger Rocker, der aus seinen gerade mal (und schmerzlich schnell vergehenden) 33 Minuten das Optimum heraus holt und kein einziges Mal schlapp macht. Mit „Stripped To The Bone“ könnte das Trio aus Münster den lang angepeilten Durchbruch schaffen. Es sei ihnen gegönnt. Ihr vierter Longplayer will nur eins: Spaß machen! Dieses Ziel hat die Band erreicht und rotzt ihrer Hörerschaft ein Album hin, das sich gewaschen hat. Es fühlt sich so an, als hätten Eat The Gun ihre ganze elfjährige Karriere auf diese eine Scheibe hingearbeitet. Und das fühlt sich verdammt gut an!

Anspieltipps:

  • At The End Of The Day
  • Wake Me Up
  • Addiction
  • Apocalyptic Blues
  • Made Of Stone
  • Small Dose Of Death

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
5/10

Fistful Of Fire
  • 2020    
Diskutiere über „Eat The Gun“
comments powered by Disqus