Mad Max - Interceptor - Cover
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Mad Max Interceptor


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Ford Falcon XB Sedan wird mit dem gewohnt kraftvollen Hardrock getankt.

„Geboren wurde er mit einem Lenkrad in der Hand und einem Gaspedal unter seinem Stiefel. Er ist der Nightrider und in seinem Tank ist die Furcht der anderen.“ Zitate aus dem Filmklassiker Mad Max (1979) bezüglich der gleichnamigen Band aus Münster zu bringen, ist eigentlich ein alter Hut. Dennoch war es nie passender als jetzt. Nicht nur spielt der Titel „Interceptor“ auf Max Rockatanskys Gefährt an, auch das von Thomas Ewerhard kreierte Cover-Artwork zeigt ein herrlich kaputtes Ödland mit der dazugehörigen Karre des Road Warriors. Ansonsten ist bei Michael Voss (Gesang, Gitarre), Jürgen Breforth (Gitarre), Roland Bergmann (Bass) und Axel Kruse (Schlagzeug) alles beim Alten geblieben. Das deutsche Hardrock-Urgestein gibt es nun schon drei Dekaden und dennoch wird gar nicht erst daran gedacht, das Handtuch zu werfen. Im Gegenteil: Mad Max rocken so unbeschwert wie in den 80er-Jahren.

Und sie reißen mit wie eh und je. „Interceptor“ bietet die gewohnte Kost der deutschen Hardrocker und das stellt sich schon sehr früh als logische Fortführung der vergangenen Werke heraus. Ganz klar: Mad Max sind eine der Bands, von denen man nichts anderes als so etwas erwartet. Eine große Ausnahme in der Diskographie ist das Album garantiert nicht. Aber das muss es auch gar nicht sein. „Interceptor“ will Laune bringen und dieses Ziel wird vom ersten bis zum letzten Ton erreicht. Der eingängige Opener „Save Me“ legt die Karten direkt auf den Tisch, ein ziemlich Pretty Maids´sches „Bring On The Night“ und das fantastische „Sons Of Anarchy“ lassen kein Auge trocken und wären in einer besseren Welt Nummern, die alleine Stadien füllen könnten. Leicht poppig und „hairy“ wird es bei „Rock All Your Life“ und „Show No Mercy“, welches den Fans von Mad Max bereits bekannt sein dürfte - da werden Erinnerungen an selige 80er-Outputs der vier Herren wach! Definitiv nicht von schlechten Eltern! Leichte Kontraste bringen die dezent an Axxis angelegte Power-Schnitte „Revolution“, die tonnenschwer stampfende Halb-Ballade „Five Minute Warning“ und das leicht melancholisch beschwipste Oldschool-Riffmonster „Streets Of Tokio“. Beim Schlusslicht „Turn It Down“ handelt es sich übrigens um ein Cover des beliebten Hits von The Sweet - und um ein äußerst gelungenes und eigenständiges ebenso. Eine gute Wahl!

Insgesamt lässt das „Interceptor“ wie aus einem Guss wirken. Das Quartett Voss, Breforth, Bergmann und Kruse denkt gar nicht erst daran, an seinem Sound herum zu werkeln. Das wäre wahrscheinlich auch nicht sinnvoll gewesen. Stattdessen bleibt ihr Motto „Never change a winning team“, was sich als positiv herausstellen soll. „Interceptor“ rockt gewaltig und hemmungslos, macht Spaß und somit alles richtig. Die extrem druckvolle, saubere Produktion ist das Sahnehäubchen und verleiht den zehn Kompositionen ordentlich Schmackes. Die Fans der Münsteraner werden daher mehr als gut bedient und greifen blind zu. An die ganz großen Würfe wie „Stormchild“ (1985) oder „Night Of Passion“ (1987) kommt Mad Maxens mittlerweile elfter Longplayer nicht heran, was allerdings eher daran liegt, dass „Interceptor“ wie schon so oft ein paar Jährchen zu spät dran ist. Die Idee selbst bleibt allerdings weiterhin gut und funktioniert allemal.

Anspieltipps:

  • Sons Of Anarchy
  • Five Minute Warning
  • Streets Of Tokio
  • Revolution
  • Turn It Down

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