Hugh Laurie - Live On The Queen Mary - Cover
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Hugh Laurie Live On The Queen Mary


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 156 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei diesem entspannten Auftritt vergisst man glatt, dass Hugh Laurie eigentlich hauptberuflich Schauspieler ist.

Als Hugh Laurie damals anfing, in der Gruppe Band From TV (u.a. zusammen mit Teri Hatcher oder Jesse „Dr. Chase“ Spencer) das Keyboard zu spielen und sich hinter das Mikrofon zu stellen, dachte jeder noch an einen Marketing-Gag. Jahre später ist Hugh Laurie als Musiker schließlich vollends respektiert und eigenständig - man mag kaum glauben, dass der ehemalige Dr. House eigentlich immer noch hauptberuflich Schauspieler ist. Natürlich lässt Laurie seine Schauspielkarriere ebenfalls nicht schludern. Als Musiker fühlt er sich aber mittlerweile wahrscheinlich am aller wohlsten. Zumindest merkt man ihm die Spielfreude so sehr an, dass der Hörer das Gefühl bekommt, dass Laurie seine Musik gut und gerne auch umsonst machen würde. Was im Studio gut funktionierte, wird erfolgreich auf die Bühne gebracht. Laurie und seine Band spielen ein angenehmes Set, welches sich aus Blues, Soul, Smooth Jazz und Bluegrass zusammen setzt.

An Bord des Kreuzfahrschiffs Queen Mary, welches seit geraumer Zeit nicht mehr ausläuft und im kalifornischen Longbeach vor Anker liegt, trifft der Hörer und Zuschauer von „Live On The Queen Mary“ einen höchst vergnügten, gut gelaunten Hugh Laurie. Seinen ehemaligen Doktorkittel tauscht er gegen die Kapitänsmütze ein und macht es sich auf der Wohnzimmerbühne bequem. Zusammen mit der Copper Bottom Blues Band spielt er Songs von seinen bisherigen Alben „Let Them Talk“ (2011) und „Didn't It Rain“ (2013). Schon auf denen hat sich Laurie dann und wann angenehm im Hintergrund gehalten. Live und in Farbe ist das nicht anders. Er ist der klare Star, Allüren hat er aber nicht. Deshalb lässt er seiner Begleitband so viel Freiraum, wie diese benötigt. Und auch die Background-Sängerinnen Jean McLain (super: „Didn't It Rain“) und Gaby Moreno (ganz stark in „The Weed Smoker's Dream“ und „Kiss Of Fire“) sind sehr viel mehr als solche und stehlen Laurie nicht nur ein Mal die Show.

Allenfalls interagiert er am Piano mit seinen Sängerinnen; besonders Lauries Mimik ist während des von Jean McLain dargebotenen „Send Me To The 'Lectric Chair“ ganz herrlich, seine kurze Tanzeinlage mit Gaby Moreno liebenswert. Sobald dieser dann wieder im Mittelpunkt steht, seine Witze reißt (Laurie ist auch Komiker), am Flügel sitzt oder sich die Akustikgitarre umhängt, frisst das überraschend überschaubare Publikum ihm aus der Hand. „Winin' Boy Blues“, die Bluegrass-Nummer „Louisiana Blues“, „Wild Honey“ und das ruhige „Careless Love“ sind die feinsten Momente während des insgesamt 80 Minuten zählenden Konzerts. Das im Original von Alan Price stammende „Changes“ hingegen ist ein mehr als würdiger Höhepunkt. Hier mischen Laurie und seine Band das Publikum nochmal gehörig auf und beweisen, dass sie neben entspannt und cool auch völlig ausrasten können.

„Live On The Queen Mary“ ist der Beweis, auf den so viele skeptische Fans gewartet haben. Hier beweist Hugh Laurie ein für alle Mal, dass er nicht nur ein erstklassiger Musiker ist, sondern auch eine Stimme besitzt, die wirkliches Wiedererkennungspotential hat. Es ist schön zu sehen, wie eng und vertraut er mit der Copper Bottom Blues Band arbeitet und wie viel Spielfreude alle Beteiligten an den Tag legen. Hugh Laurie - das ist kein Schauspieler, der singt, weil man es vielleicht mal gemacht haben sollte, sondern ein Schauspieler, der die Musik zu seiner Leidenschaft gemacht hat. Das Publikum merkt das, der Zuschauer auch. Wer die Studioalben kennt und mag, findet in „Live On The Queen Mary“ eine sinnvolle und gelungene Erweiterung für seine Sammlung. Die zusätzlichen Features bestehend aus einem Interview mit Laurie und einer fast einstündigen Dokumentation über seine Band, in der er den Moderator mimt, kann sich im Gegensatz zu so manchen Bonusmaterial auf ähnlichen Veröffentlichungen übrigens mehr als sehen lassen.

Anspieltipps:

  • Kiss Of Fire
  • The Weed Smoker's Dream
  • Louisiana Blues
  • Send Me To The 'Lectric Chair
  • Careless Love
  • Changes

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