Baru - Sailors Of The City - Cover
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Baru Sailors Of The City


  • Label: Kick The Flame/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Arme hoch und Feuerzeuge schwenken zu handwerklich perfektem und glasklar produziertem Mainstream-Pop.

Baru sind ein Quartett aus Ostdeutschland, das sich stilistisch in den 80ern bewegt und dennoch die Moderne bemüht. Sie benannten sich nach einem französischen Comiczeichner, zudem heißt Baru auf Indonesisch neu. Nachdem sie einen Wettbewerb gewonnen hatten, legten sie einen Neustart hin, der mit dem Bandnamen Baru besiegelt wurde. Neben Sänger Ferdinand Weigel (Gitarre, Piano, Geige) agieren Andres Seidel an Gitarre und Synthie, Ronny Haberer am Bass und Jacob Feustel am Schlagzeug. Mit „Take A Look“ legten sie ein EP-Debüt vor, dem nun das erste Album namens „Sailor Of The City“ folgt. In Tobias Siebert stand ihnen ein erfahrener, erfolgversprechender Produzent (Me And My Drummer, Phillip Boa And The Voodoo Club, Kettcar, Juli, Enno Bunger) zur Seite.

Wer sich Baru nähern will, sollte schon ein gewisses Faible für die 80er-Jahre und aktuellen Charts-Pop mitbringen und für Bands wie Simple Minds, Supertramp, Coldplay oder Keane etwas übrig haben. Allesamt Formationen, die in ihren Anfangstagen mit anspruchsvollen Pop-Songs überzeugten, dann jedoch von Album zu Album tiefer ins Fahrwasser eines gleichförmigen und austauschbaren Mainstreams tauchten. Gleiches widerfährt Baru, die bereits auf ihrem Debüt wie alte Hasen und überaus professionell klingen. Handwerklich ist das alles so perfekt wie die in glasklaren Hall getauchte Produktion.

Die andere Seite der Medaille: Nach etwa vier Songs klingen alle Titel nahezu gleich, dürften jedoch hervorragendes Charts-Futter abgeben. Wenn dies das Ziel von Baru ist, dann haben sie alles mehr als richtig gemacht. Für anspruchsvolle Hörer ist dies zu wenig differenziert, ohne jegliche Ecken und Kanten, die Interesse wecken könnten. Dabei sind die vier versierte Musiker, die einiges auf dem Kasten haben und einen Sänger, der neben einer ausgefeilten Gesangstechnik auch emotional zu berühren versteht. Leider bleibt dabei das Songwriting auf der Strecke bzw. ist zu sehr auf Melodie und deren Eingängigkeit getrimmt. Dennoch: Wer Popmusik sucht, die im Stadion ebenso funktioniert wie nebenbei zu Hause, der dürfte hiermit glücklich werden.

Anspieltipps:

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