Tess Wiley - Little Secrets - Cover
Große Ansicht

Tess Wiley Little Secrets


  • Label: Nordpolrecords/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Tess Wileys kleine Geheimnisse: Anspruchsvoller sowie radiokompatibler Songwriter-Pop und eine beeindruckende Stimme.

Tess Wiley startete ihre Laufbahn mit der Band Nothing In Return während ihrer Highschool-Zeit. Damals stand sie auf Heavy Metal und Slash gehörte zu ihren Idolen, auch Grunge-Einflüsse sind auf ihren frühen Songs auszumachen. Schließlich entdeckte sie die Singer/Songwriter-Szene, dabei entwickelte sie ein Faible für so unterschiedliche Künstler wie z.B. Willie Nelson und Jeff Buckley. Die in Dallas, Texas, geborene und seit vielen Jahren im hessischen Gießen beheimatete Wiley veröffentlichte im Jahr 2001 ihr Solodebüt „Rainy Day Assembly“, dem „Not Quite Me“ (2004) und „Superfast Rock’n’Roll Played Slow“ (2007) folgten. Zudem arbeitete sie bereits mit Künstlern wie Paul Bryan (Aimee Mann), Jay Bellerose (Elvis Costello), Dirk Darmstaedter und Gregor McEwan zusammen.

Fünf Jahre sind seit ihrem letzten Album vergangen, im schnelllebigen Musikzirkus eine Ewigkeit, für eine Mutter lediglich einige Wimpernschläge. Sie ist mit dem Journalisten sowie Musik- und Videoregisseur Christian Roth verheiratet und hat als Elternteil einen anderen Alltag zu bewerkstelligen als junge hippe Indie-Bands, die eine Platte nach der anderen auf den Markt bringen.

Ihr neuestes Werk taufte sie „Little Secrets“, das mit dem Titelsong loslegt, einer hübschen, radiotauglichen Folk-Pop-Nummer, die für gute Laune sorgt. Aus ganz ähnlichem Holz hat sie „Tornados“ geschnitzt. Nicht ohne Grund wurden beide Titel auch als Single veröffentlicht. Wiley kann aber auch anders. Nämlich in die Tiefe gehen mit ihren Songs, „It Rained“, „My Heart“, „How Much I Love You“ und „Light Of My Life“ sind hierfür gelungene Beispiele. Dabei werden akustische und elektrische Gitarren, Bass, Drums, Bläser und Keyboards in die Waagschale gelegt, die von erstklassigen Musikern gespielt werden. Zudem hat Henning Sommer als Multiinstrumentalist und Produzent für einen variantenreichen Songreigen gesorgt.

Im Fokus steht jedoch wiederholt die Stimme der Protagonistin. Sie strahlt Reife und Erfahrung aus, in der allerdings Frische und Klarheit ebenso zum Vorschein kommen. Dabei beherrscht sie einige Oktaven, ohne damit zu prahlen oder in künstliche Vokalakrobatik zu verfallen. Vielmehr strahlt sie eine Natürlichkeit aus, die den Songs ihren Reiz verleiht. Insgesamt also ein sehr hörenswertes Album, das sowohl dem anspruchsvollen als auch dem radiokompatiblen Songwriter-Pop-Publikum gefallen dürfte.

Anspieltipps:

  • It Rained
  • My Heart
  • How Much I Love You
  • Light Of My Life

Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
Diskutiere über „Tess Wiley“
comments powered by Disqus