Lorde - Pure Heroine - Cover
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Lorde Pure Heroine


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein 16-jähriger Teenager erobert die Popwelt.

Mit einem Album-Cover, das so bescheiden aussieht wie die Raufasertapete in einem Kettenraucherhaushalt, soll allen Ernstes Popmusik verkauft werden? Guter Gott. Bitte feuert sofort den Chef der Marketingabteilung! Das kann doch nicht funktionieren. Es kauft ja schließlich kein Mensch freiwillig die Katze im Sack. Oder hat sich hier etwa jemand nicht getraut, das Gesicht der erst 16-jährigen Neuseeländerin Ella Yelich-O´Coonor alias Lorde neben einen Titel wie „Pure Heroine“ abzubilden? Angst vor einem Skandal? Aber nicht doch!

Lorde veröffentlichte ihre erste EP („The Love Club“) Ende des vergangenen Jahres als freien Download im Internet und rief damit sofort die Vertreter der Plattenindustrie auf den Plan, die sich um den Teenager kloppten und ihn unter Vertrag nehmen wollten. Das Rennen machte schließlich Universal Music New Zealand, die auch die Kooperation mit dem 30-jährigen Produzenten Joel Little (Goodnight Nurse, Kids Of 88, Timomatic) anregten, der die Ideen des Teenagers kanalisieren sollte. Und das ist dem ebenfalls noch recht jungen Produzenten in der Tat gelungen. Denn Lorde klingt nicht wie der 500. dahergelaufene Teen-Popstar, der irgendeine von Ryan Tedder produzierte Scheiße zum Besten geben muss.

Tatsächlich müssen Vergleiche in ganz anderen Bereichen gesucht werden. Denn wenn Joel Little und Lorde ihre düsteren, von Dark Wave und Electro-Pop beeinflussten Klanglandschaften wie in „Still sane“ oder auch „White teeth teens“ auftürmen und die 16-Jährige dazu eine ganz spezielle Art, in ihren Texten Geschichten zu erzählen, bemüht („Buzzcut season“), dann erinnert dies am ehesten an eine Mischung aus Lana Del Rey und The XX. Natürlich sind dies immer noch „nur“ die Texte eines Teenagers, der in einer wundersamen Welt aus Social-Media-Irrsinn, Komasaufen und sich beim Sex filmen aufwächst. Doch in Verbindung mit der atmosphärisch dichten Stimmung und Melodien, die den Hörer trotz einiger verflucht ansteckender Harmonien nicht wie auf dem Jahrmarkt anschreien, ist „Pure Heroine“ ein beachtliches Debütalbum, das zwar (noch) keine Wirkung wie Heroin besitzt, aber zumindest schon mal einen ganz kleinen Rausch verursacht.

Anspieltipps:

  • Team
  • Royals
  • Tennis court
  • Buzzcut season
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