Terrorblade - Of Malice And Evil - Cover
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Terrorblade Of Malice And Evil


  • Label: Bret Hard/H'ART
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Rabauken drehen Extrarunden in der Old School.

Neun Jahre sind eine lange Zeit im schnelllebigen Musikbusiness - selbst im vergleichsweise noch „human“ angesehenen Metal. Da wo andere Interpreten oder Bands ins Gras beißen, steigen Underground-Heroes erst auf. So ist es auch mit Terrorblade aus der Studentenstadt Münster. Die drei Langhaarzottel Michael „MetalBasstard“ Bolle (Gesang, Bass), Thomas „Persil“ Engel (Gitarre) und Fridi Bernick (Drums) formierten sich im Jahre 2004, tourten wie verrückt, veröffentlichten je zwei Demos und EPs, sind schließlich beinahe zehn Jahre später endlich am Ziel und veröffentlichen einen vollwertigen Erstling. Und tatsächlich: Terrorblades „Of Malice And Evil“ ist ein weiterer Beweis daür, dass der Untergrund brodelt. Auch wenn sich neue Impulse mit der Lupe suchen lassen müssen, ist dieses Debüt doch ein geschickt eingespieltes Stück Dreschmetall, welches sich Genrefans gut und gerne geben dürfen.

Schnell wird klar, was die Jungs überhaupt wollen. Wenn das Terrorblade-Trio so richtig loslegt, erwartet den Hörer roher, ruppiger Thrash Metal, der nicht nur ein Mal an die frühen Kreator erinnert. Auch wenn gleichermaßen moderne Elemente in den Sound mit aufgenommen werden, präsentiert die Band ihr „Of Malice And Evil“ doch als herrlich oldschooliges Metal-Erlebnis. „Evil And Malice“, „Gates Of Hell“, „Wings Of Death“ und „Raw War Madness“ machen eigentlich alles klar - hier wird hemmungslos gerumpelt und die Nackenwirbel der Hörerschaft ausgerenkt. Technisch haben die Jungs ebenfalls einiges drauf und schaffen es stets, ein wenig Abwechslungsreichtum in ihre Songs einzubetten. Das gipfelt in Heavy-Ohrwürmern wie „Prometheus“ oder im modern groovenden Thrasher „Time To Die“ - Songs, die nicht zwangsläufig und allein das Zielpublikum anpeilen, sondern das Potential haben, eine breite Schar von Metalheads glücklich zu machen. So geht das! Und am Ende machen die brachialen Schlusslichter „Wiedertäufer“ sowie „World Is Broken“ (opulent!) einiges klar und bombardieren den Hörer mit brettharten Riffs und einer donnernden Doublebass. Nach knapp 33 Minuten ist der Spuk vorbei, was im Rahmen eines Thrash-Releases natürlich voll in Ordnung geht.

Ob Terrorblade mit ihrem „Of Malice And Evil“ bereits alles gesagt haben, bleibt dennoch zu bezweifeln. Dafür haben sie zu viele nette Ideen und Einfälle, die immer wieder Einzug in ihre Kompositionen halten. Ihre treuen Fans wissen es seit Jahren und nun hat jeder die Chance, sich davon zu überzeugen, dass ihr Oldschool-Geknüppel weitaus mehr als allzu oft getätigte Brutalitäts-Exploitation ist. Die zehn Songs auf „Of Malice And Evil“ glänzen mit Herz, Verstand und einer gesunden Härte. Denn Terrorblade müssen nicht die großen Genre-Revolutionäre sein - sie sind es jedenfalls wie ein Gros der Kollegen nicht - um ihr Ziel zu erreichen. Ihr „Of Malice And Evil“ ist eine neue, kleine Attraktion auf dem Thrash-Rummel, die es verdient hat, Aufmerksamkeit zu bekommen. Man merkt Michael, Persil und Fridi schon an, dass sie Bock haben. Und gerade dadurch machen uns die drei jetzt schon gespannt, was sie zukünftig noch alles im Studio zaubern werden. Als erster Wurf ist „Of Malice And Evil“ aber definitiv gelungen - auch wenn noch ein wenig Luft nach oben bleibt!

Anspieltipps:

  • Evil And Malice
  • Prometheus
  • Time To Die
  • World Is Broken

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