Bloodspot - By The Horns - Cover
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Bloodspot By The Horns


  • Label: Bret Hard/H'ART
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gewalt ist sehr wohl eine Lösung!

Fieser Metal der extremen Schule ist überall zu Hause. Deswegen kommt er neuerdings auch aus Hessen. Peter Kunz (Gesang), Jürgen Kuhn (Bass), Björn Grontzki (Schlagzeug), Marius Vent und Daniel Geberzahn (beide Gitarre) sind Bloospot, gründeten sich 2006 und debütierten im Jahre 2011 mit „Embrace The End“. Seitdem vulkanisieren sie die Bühnen der Republik und überzeugten nicht nur Kritiker und Hörer, sondern auch gestandene Genrehelden. Gerd Lücking, Schlagwerker bei Holy Moses, sagt: „YES! Endlich mal wieder kompromissloser Thrashmetal der Spaß macht!“ Und Lücking hat Recht! Im Gegensatz zu so mancher Band zeigen Bloodspot nicht einfach nur ihre Zähne - sie reißen mit ihnen auch das unvorbereitete Publikum, welches die Gruppe bisher unter Garantie noch nicht auf dem Schirm hatte. Eine kleine aber feine Fangemeinde haben Bloodspot zwar schon, besitzen aber durchaus das Potential, noch viele weitere Extreme-Metaler zu begeistern. Denn auf „By The Horns“ packen sie den mosh- und bangbereiten Hörer an der Beule und schütteln einmal kräftig durch.

Auf ihrem zweiten Longplayer beweisen die Frechdachse aus Limburg an der Lahn eine ungebändigte Brutalität und prügeln sich durch die komplette Spielzeit von 38 Minuten. Dabei ist zu erwähnen, dass es schwer ist, im Genre des Thrash- und Death-Metals noch großartige Akzente zu setzen. Das tun Bloodspot keinesfalls, sie erfinden das Rad nicht neu - und sie müssen es auch gar nicht. Denn „By The Horns“ macht es richtig. Experimente vermeiden die fünf Musiker und konzentrieren sich eher darauf, den schmackhaften Eintopf aus groovendem Thrash und hundsgemeinem Todesblei einmal ordentlich umzurühren. Heraus kommen Kompositionen, die selbst Ökomiezen auf einer Fachschaftsparty der sozialpädagogischen Fakultät zu Schlächterinnen umwandeln könnten. „...And They Brought Gold “, „The Legend Of Butch Miller“, „Burst Black “ - hier hauen Bloodspot ordentlich auf die Kacke und lassen messerscharfe Riffs, eine grollende Doublebass und den fiesen Gesang von Frontmann Peter auf uns nieder prasseln. Auf dem Gaspedal befindet sich ein Bleifuß, der lediglich bei „Death Down There Hold My Approach“ und dem folgenden „Volcanos“ ein wenig lockerer sitzt. Das ist eine gelungene „Verschnaufpause“ (pah, verschnaufen!), die einen bitterbösen, grollenden Death-Titanen in den Gehörgängen wüten lässt. Und das ist auch bitter nötig.

Denn so professionell und stilsicher Bloodspot auch sind: Wer nicht im Genre bewandert ist, eher moderneren Death und Thrash mag, der immer wieder mit anderen Stilrichtungen flirtet und eine breite Zielgruppe anpeilen kann, wird mit „By The Horns“ schnell überfordert sein. Nein, diese Böswatze denken gar nicht erst daran, ihren Hörern eine Pause zu bieten, sondern geben sich von vorne bis hinten gewalttätig. Vielen dürfte das unter Umständen zu viel sein. Andere dagegen finden in „By The Horns“ einen mehr als gelungenen Knüppel aus dem Sack. Beide Gruppen sollen Recht behalten. Die Qualitäten dieser jungen Band sprechen aber klar für sich. Eine glaubwürdige und so völlig natürliche Härte ist ein Kunststück, welches nicht jede Band vollführen kann. Spätestens dann, wenn Bloodspot in der nächstgelegenen Konzerthalle zur fröhlichen Keilerei rufen, wird dann wohl alles klar sein. Diese Band ist für die Bühne gemacht und doch sollte sich der Liebhaber des Genres den Silberling zum Aufwärmen nicht entgehen lassen.

Anspieltipps:

  • The Legend Of Butch Miller
  • Death Down There Hold My Approach
  • Volcanos
  • Death Illusion
  • Far From Innocence '13

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