Legion Of The Damned - Ravenous Plague - Cover
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Legion Of The Damned Ravenous Plague


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Gedenken an Twan Fleuren holzt sich die Legion der Verdammten wieder an die Spitze ihres Qualitätsniveaus.

Nach dem Selbstmord ihres ehemaligen Bassisten Twan Fleuren und der ihm gewidmeten Wiederveröffentlichung des Legion Of The Damned-Debüts „Malevolent Rapture“ (02/2012) hieß es für Maurice Swinkels (Gesang), Twan van Geel (Gitarre) Harold Gielen (Bass) und Erik Fleuren (Schlagzeug) erst einmal, das tragische Ereignis persönlich zu verarbeiten und kurzfristig Abstand vom Metalzirkus zu nehmen. Diese Pause war jedoch nicht nur für das interne Bandgefüge wichtig, auch dem Verfassen neuer Kompositionen wurde somit mehr Keimzeit verabreicht, was nach der etwas zähflüssigen Vorstellung des letzten Werkes „Descent Into Chaos“ (01/2011) auch dringend nötig war. Das Tulpen-Quartett zeigt sich auf seinem sechsten bzw. fünften Output (je nachdem, ob man „Feel The Blade“ (01/2008) nun als eigenständigen Release oder lediglich als Neufassung der Occult-Scheibe „Elegy For The Weak“ ansieht) jedenfalls wieder mit einer klaren Message und die lautet: Angriff!

Kritiker der Holländer werden zwar erneut aufschreien und Swinkels & Co. fehlende Innovation vorwerfen, doch ein präzise herausgearbeitetes Thrash-Inferno ist eben noch immer besser als ein pseudo-progressives Kuddelmuddel, das keine Ahnung hat, ob es nur Jazz-Professoren gefallen oder auch dem Hackneyed-Klientel ein paar Bissen vor das nach frischem Blut geifernde Maul werfen will. In diesem Sinne halten sich Legion Of The Damned nicht lange mit dem recht atmosphärischen Intro „The apocalyptic surge“ auf und präsentieren in „Howling for armageddon“ die über die Jahre immer mehr perfektionierte Formel aus fiesem Thrash Metal, welcher mit einem Spritzer Todesblei verfeinert wird und sich gelegentlich mit aufjaulenden Gitarrensolos und angriffslustigen Drums paart. Diese Grundmasse kommt in weiterer Folge auch bei den übrigen neun Nummern zum Tragen, jedoch beschränkt sich das infernalische Crossover-Geprügel nicht nur auf eine rhythmisch leicht abgewandelte Version dessen („Armalite assassin“) oder sorgt mit leichten Tempovariationen für Abwechslung („Black baron“), sondern es finden ebenso stimmige Verunreinigungen aus anderen Genres statt, die stilvoll mit den räudigen Vocals von Maurice kokettieren.

Im Falle von „Ravenous Plague“ bedeutet dies, zwei durchtriebene Abstecher in diabolisch-moshende Punk-Gefilde bestaunen zu können („Mountain wolves under a crescent moon“, „Morbid death“), während „Doom priest“ nur zu Beginn seinem Namen alle Ehre macht, da der Track ansonsten als gedrosselte Thrash-Walze die Nackenmuskulatur in Bewegung versetzt. Dass Legion Of The Damned aber nicht nur das herkömmliche Rezept ihrer Thrash/Death-Fusion zu Rate ziehen, sondern auch für den einen oder anderen Griff in die Trickkiste sorgen, beweisen eindrucksvoll die beiden Tracks „Ravenous abominations“ und „Bury me in a nameless grave“, die nicht nur als perfekt aufeinander abgestimmte Einheit aus Gitarre, Bass und Schlagzeug fungieren, sondern auch mit grenzgenialen Tempowechseln, unbarmherzigen Trümmerriffattacken und tonnenschwer stampfenden Rhythmen jedes Metalherz höher schlagen lassen.

An die fiese und vor allem pfeilschnelle Vollbedienung eines „Cult Of The Dead“ (12/2008) reicht „Ravenous Plague“ zwar nicht ganz heran, doch alle Zeichen deuten darauf hin, dass mit der nächsten Langrille dieses Opus Magnum in der Diskographie der Holländer womöglich gestürzt wird. Nach dieser Rückkehr zu alter Stärke darf man jedenfalls gespannt sein wie das Trommelfell von Erik Fleurens Bassdrum!

Anspieltipps:

  • Morbid Death
  • Ravenous Abominations
  • Bury Me In A Nameless Grave
  • Mountain Wolves Under A Crescent Moon

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