Kosheen - Solitude - Cover
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Kosheen Solitude


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kosheen wandeln abermals auf dem schmalen Grat zum Mittelmaß, auch wenn sie dieses Mal das bessere Ende für sich haben.

Kosheen wären gern groß und etwas ganz Besonderes. Das kann man allerdings nicht sein, wenn man stets den Weg des geringsten Widerstands geht. Dies tut der englische Dreier nun allerdings seit dem vorletzten Album „Damage“ und führt diese Tradition auch auf „Solitude“ fort. Dabei setzen sie zwar auch auf Altmodisches, verlieren jedoch nie den Faden zur Moderne. Ein wenig erinnert es an Wolfsheim, welche auch nie ihre Wurzeln vergessen haben und bei der Suche nach Massenkompatibilität immer wieder Hörer enttäuschen mussten.

Das Album beginnt allerdings selbstbewusst. „Save Your Tears“ tut so, als hätte sich musikalisch seit 20 Jahren nichts im Electro-Pop-Genre getan. Das klingt konsequent tanzbar nach 90er-Jahre-Techno. Ähnlich traditionell gibt sich die Drum'n'Base inspirierte Nummer „Observation“. Diese Tracks sind allerdings nicht mehr als ein höflicher Kniefall vor den Musikrichtungen und bringen selber kaum etwas mit. Die wirkliche Stärke der Musiker aus Bristol liegt im tanzbaren Pop. Dank guter Soundscapes und angenehm treibenden Beats sind Tracks wie „Divided“ und „Harder They Fall“ das bebende Herz des Albums. Wie die Band hier über sehr ruhig gehaltene Musik trotzdem das Herz zum Pumpen und die Beine zum Zappeln bringt, ist denkwürdig.

Ähnlich stark sind die psychedelischen Nummern für dunklere Kammern wie „Poison“ und „Up In Flames“. Aber zwischen all diesen Höhepunkten findet sich auch Ware, die einfach nur passen soll. Über das Ziel hinausschießen tun nur der Titeltrack, der eine einzige Spielerei mit Effekten ist und die Musik auf der Strecke vergisst, und vielleicht noch das monotone „I“, welches eigentlich hypnotisch wirken möchte. Mit gerade mal drei belanglosen Stücken („Here & Now“, „745“ und „And Another“) neben den altbackenen Nummern hält sich die gute Musik mit dem eher fahrigen Rest die Waage. Da die stärkeren Lieder allerdings wirklich Eindruck hinterlassen und die sogenannten schwächeren Tracks lediglich am Hörer vorbeigehen, möchte man das Positive mitnehmen und „Solitude“ wieder als kleines Hoch feiern.

Anspieltipps:

  • Divide
  • Harder They Fall
  • Poison

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