Saxon - Unplugged And Strung Up - Cover
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Saxon Unplugged And Strung Up


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 128 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer kann den Sinn dieser Doppel-CD ohne die Verwendung wirtschaftlicher Termini erklären?

Ein Blick auf das Cover der neusten Saxon-Veröffentlichung „Unplugged And Strung Up“ verrät uns, dass Streichinstrumente in der kommenden Stunde wohl eine tragende Rolle spielen werden, natürlich neben den obligatorischen Akustikgitarren, schließlich ist es ein Unplugged-Album. Oder etwa nicht? Denn kaum ist die CD im Player, ertönen schon die E-Gitarren, das verstärkte Schlagzeug, der E-Bass - kurz: die ganz normalen Saxon-Instrumente, keine Geigen, keine Violinen, nix. Ein verwirrter Blick zurück auf die Hülle: Da ist doch aber der Schriftzug „Unplugged“? Das Back Cover bringt schließlich die Erleuchtung: Hinter einigen Songs steht in Klammern „Remix“ geschrieben, hinter ein paar anderen „Orchestrated Version“, „Re-Recorded Version“, „Acoustic Version“ und „Live Acoustic Version“. Hinter zwei Songs („Battle Cry“ und „Militia Guard“) steht gar nichts. Und es kommt noch besser: Über der rechten Spalte thront die Überschrift „Heavy Metal Thunder“, also der Titel des im Jahr 2002 herausgebrachten Saxon-Best-of-Albums. Mehr Verwirrung auf einer CD-Hülle geht echt nicht.

Und doch ist alles so korrekt, wie es da steht. Auf dem ersten Silberling befinden sich fünf mit Orchester-Sound unterlegte und dementsprechend großspurige, opulente Nummern und sogar (immerhin) vier Akustik-Stücke. Die reduziert interpretierten „Frozen Rainbow“, „Iron Wheels“, „Requiem“ und „Coming Home“ geben allerdings Aufschluss darüber, warum Saxon sich nicht an ein Unplugged-Album im herkömmlichen Maßstab herangetraut haben: Das ist zwar alles ganz nett, was Peter „Biff“ Byford und seine Band da abliefern, aber für Heavy Metal-Fans sind Songs, zu denen man das Haupthaar nicht schütteln kann, natürlich eher suboptimal.

Daher die Idee mit dem Orchester, was nicht der schlechteste Griff war: Die Streicher geben den mit voller elektronischer Power eingespielten „Broken Heroes“, „Crusader“ und wie sie alle heißen eine dramatische Note, ermöglichen neue Blickwinkel und verschlechtern das Material keineswegs. Was hingegen die Re-Recordings oder - noch schlimmer - diese ominöse Bonus-CD zu bedeuten haben, das soll mal einer erklären, ohne dabei wirtschaftliche Termini zu verwenden. Im Grunde genommen bleibt „Unplugged And Strung Up“ damit nicht viel mehr als das gefühlte fünfte Saxon-Best-of, zwar hübsch verpackt und anders genannt, aber trotzdem nicht wirklich neu. Das ist insbesondere für die Fans ärgerlich, die sich die limitierte Edition des aktuellen Saxon-Studioalbums „Sacrifice“ gekauft haben, denn auf dem war ein nicht zu verachtender Teil der „Acoustic“- und „Orchestrated“-Tracks, die hier angeboten werden, schon vertreten. Und das ist einfach nur noch schwach, ganz schwach.

Anspieltipps:

  • Battle Cry
  • Broken Heroes

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