NoFX - Stoke Extinguisher EP - Cover
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NoFX Stoke Extinguisher EP


  • Label: Fat Wreck/EDEL
  • Laufzeit: 13 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Stoke Extinguisher“ ist mehr B-Seiten-Sammlung als EP. Neues Material gibt es jedenfalls kaum.

NOFX, eine der konsequentesten unter den berühmten Punkrock-Bands dieses Planeten, bringen mal wieder eine EP raus. Das „mal wieder“ soll nicht abfällig klingen, sondern nur verdeutlichen, dass NOFX schon ein gefühltes Dutzend EPs in ihrer Discography stehen haben. Eine Plattenfirma, die Veröffentlichungen wie „Stoke Extinguisher“ absegnet, brauchen die US-Punks schon lange nicht mehr. Das läuft alles über das Label des NOFX-Bassisten Fat Mike – „Fat Wreck Chords“. Unabhängigkeit scheint hier trotz des anhaltenden Erfolges garantiert und Kommerz-Vorwürfe mit einem guten Argument abgewehrt. Auf Mike und seine Boys ist Verlass.

Nun ist die neue EP aber leider keine „wirkliche“ EP geworden, sondern eine NOFX-typische, zwei Songs umfassende 7-Inch-Single, die in der CD- bzw. MP3-Version auf sechs Lieder aufgestockt wurde. Den Kern der Sammlung bildet neben dem Titelstück „Stoke Extinguisher“ das Tony Sly-Cover „Shortest Pier“, das bereits vor Kurzem auf einem Tribute-Sampler zu Ehren des verstorbenen No Use For A Name-Frontmanns erschienen ist. Die vier zusätzlichen Songs in der erweiterten Ausgabe stammen allesamt von den B-Seiten der letzten NOFX-Singles „Xmas Has Been X’ed / New Year's Revolution“ (2013) und „Ronnie & Mags“ (2012) sowie von der A-Seite der Single „My Stepdad’s A Cop And My Stepmom’s A Domme“ (2012).

Es gibt somit eigentlich nichts wirklich Neues aus dem NOFX-Kosmos zu vermelden, auch wenn die EP aus musikalischer Sicht überzeugt. Der Witz ist, dass einzig der Opener „Stoke Extinguisher“, um den sich hier alles dreht, nur bedingt zündet. Der Song bleibt eine gewöhnliche Punkrock-Nummer im unverkennbaren, bandeigenen Style, jedoch ohne Chancen auf Kultstatus, ohne besonderen Reiz. Spätestens beim anschließenden „Shortest Pier“ dürfte „Stoke Extinguisher“ somit vergessen sein: Zu gut ist die NOFX-Variante dieses Tony Sly-Tracks, hier steckt richtig viel Seele drin – perfekt! Die vier Songs, die noch folgen, sind zwar alle schon bekannt, reißen aber trotzdem ein schönes Loch in die Wand. Wer noch nicht in Besitz von „My Stepdad's A Cop And My Stepmom's A Domme” und „Wore Out The Soles Of My Party Boots” ist, der sollte diesen Missstand dringend überdenken.

Fazit: Vordergründig ist „Stoke Extinguisher“ eine Ansammlung von sechs überwiegend empfehlenswerten NOFX-Songs. Dass lediglich der etwas schwächelnde Titeltrack das Prädikat „neu“ verdient, ändert daran erst mal nichts. Schade ist dieser Umstand nur für all diejenigen, die sich auf eine „wirkliche“ EP gefreut haben und nun feststellen müssen, dass „Stoke Extinguisher“ fast ausschließlich bekanntes Material enthält. Eine fragwürdige Taktik, die nicht den besten Eindruck hinterlässt.

Anspieltipps:

  • Shortest Pier
  • Wore Out The Soles Of My Party Boots
  • My Stepdad's A Cop And My Stepmom's A Domme

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