Mumpbeak - Mumpbeak - Cover
Große Ansicht

Mumpbeak Mumpbeak


  • Label: RareNoise Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Was zur Hölle habe ich da gerade gehört?

Dieses Album „bringt Prog-Rock auf ein anderes Level“, kündigt der PR-Beipackzettel vollmundig an. Das kann auch gut sein. Wenn dem so ist, dann hat der Rezensent wie in Edwin Abbotts „Flächenland“ den Anschluss verloren und ordert die Exekution der Missetäter (in diesem Fall das Auswerfen der CD) an. „Hören Sie gefälligst auf, Ihre Katze zu foltern, Sie ungehobelter Rüpel!“, ist die Ansprache, die ich erwarte, wenn ich nach dem Hören dieses Albums durch den Hausflur schlendere. Zwar hat Mumpbeak nichts mit der explosiven Kraft der Ton-Tortur „Frances The Mute“ gemein, doch die Fragezeichen erscheinen hinterher trotzdem über dem Kopf.

Man kann wahllos einen Moment der Scheibe suchen und wird sich garantiert in einem Soundstrudel wiederfinden, der für die meisten Ohren keine Haltepunkte liefert. Das gesamte Album gibt den Vibe einer Jam-Session ab, die gewollt ziellos verläuft, um mehr oder weniger per Zufall auf neue, funktionierende Strukturen zu stoßen. Die Instrumente kommen sich dabei allerdings regelmäßig gegenseitig in die Quere und besonders die Drums geben den Takt nicht vor, sondern scheinen verzweifelt ihren Platz zwischen den Gitarren finden zu wollen. Gelingen tut das jedoch nur zu Beginn und am Ende eines Tracks, sowie an Wendepunkten, die Platz für einfache Rhythmen lassen. Doch selbst wer mit großer Geduld an das Album herangeht, wird in aufkeimenden und entgegenlaufenden Gitarrensoli wie in „Oak“ nur wenig Sinn, Harmonie oder sonst irgendetwas vorfinden.

Keine Stimme hält diesen Orkan zusammen und wer zusammengehörige Elemente über das Album verteilt findet, der sollte vielleicht ins investigative Geschäft wechseln. Mumpbeak ist eine Tour de Force, ein exklusiver Club, den es nur zu geben scheint, damit niemand anderes hineinkann. Kein Film vorm inneren Augen und auch keine echten Gefühle entstehen als Verwirrung und verzweifelte Anstrengung den gehörten Klängen einen Sinn zu entziehen. Wer sich dieser Aufgabe nicht gewachsen sieht und anhand von Previews und Ausschnitten keinerlei Zugriff zu diesem Album findet, der lässt zu Recht die Finger davon. An alle Prog-Rock-Masochisten, denen Led Zeppelin als Konstante zu konstant ist: Glück auf! Manch anderer bleibt lieber in seinem kuscheligen Prog-Nest, das auf Konzepte setzt, die Normalsterbliche nachvollziehen können.

Anspieltipps:

  • Biscuit
  • Oak
  • Forelock

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
Diskutiere über „Mumpbeak“
comments powered by Disqus