Zaz - Recto Verso (Collector Edition) - Cover
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Zaz Recto Verso (Collector Edition)


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 101 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Premium-Upgrade der gerade einmal sechs Monate alten Deluxe Edition.

Das vor einem halben Jahr auf den Markt gebrachte „Recto Verso“-Album der 33-jährigen Sängerin Isabelle Geffroy hat sich, wie schon der Vorgänger „Zaz“ (10/2010), prächtig verkauft und kann bereits heute mehr als 100.000 an den Mann sowie an die Frau gebrachte Einheiten vermelden. Und wir sprechen hier nur von den Verkaufszahlen in Deutschland. Europaweit sieht es ähnlich gut aus, wobei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht scheint. Schließlich ist bald Weihnachten und für das Fest der Liebe haben Plattenfirmen immer ganz besonders tolle Ideen.

Auch wenn sich die Erstkäufer der ursprünglichen Deluxe Edition von „Recto Verso“ mit drei zusätzlichen Liedern sowie einer Bonus-DVD gepflegt in den Hintern beißen werden, erscheint das Album nun trotzdem in einer – wenn man so will – Premium-Version, die den bisherigen Bonus-Tracks sechs (!) weitere oben drauf setzt und mit einer inhaltlich anderen DVD daherkommt. Jetzt wird ein etwa halbstündiger Film präsentiert, der ein Zaz-Unplugged-Konzert auf dem Mont Blanc dokumentiert.

Damit schwillt „Recto Verso“ zwar auf mehr als 100 Minuten Spielzeit an, doch der geneigte Hörer erhält dadurch mit Titeln wie „Ensemble“, „Belle“ oder auch „Le retour de soleil“ noch einmal richtig charmantes Lied-Futter, mit dem das Original-Album tatsächlich deutlich aufgewertet wird.

Die ursprüngliche Besprechung: Wenn ein Album wie das im Mai 2010 veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt der französischen Sängerin Isabelle Geffroy alias Zaz (33) so lange und so erfolgreich ausgeschlachtet wird (wir reden immerhin von zwei Jahren!), dann ist das durchaus eine besondere Erfolgsgeschichte. Denn eine derartige Langlebigkeit eines Albums, mit monatelanger Verweildauer in den internationalen Charts, hohen, sechsstelligen Verkaufszahlen und ausverkauften Tourneen, ist in der heutigen Musikszene nur noch einem kleinen Kreis von Musikern vergönnt. Dies ist sogar noch bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Zaz mit ihrer von Jazz und Chanson beeinflussten Popmusik nicht auf Anhieb dem Mainstream zugeordnet werden kann.

Wenn jetzt, drei Jahre nach dem Debütalbum mit „Recto Verso“ das zweite Studiowerk von Zaz erscheint, muss die Französin nicht wieder bei null anfangen. Aufgrund ihrer starken Präsenz in den vergangenen Jahren, kann sie mit ihrem zweiten Longplayer direkt an den Hype des Erstlings anknüpfen, ohne sich dem Publikum mühsam neu ins Gedächtnis rufen zu müssen. Vorausgesetzt, Zaz bleibt auf „Recto Veso“ ihrem Stil treu. Und tatsächlich präsentiert sich die 33-Jährige musikalisch ebenso vielfältig und bunt wie sie auf dem Cover des Albums zu sehen ist, einhergehend mit einer dezenten Weiterentwicklung in erwachsenere Pop-Gefilde.

„Recto Verso“ läuft sämtliche Häfen der französischen Popmusik an, verlegt sich also nicht nur auf eine weitere Interpretation des „Nouvelle Chanson“, sondern bereitet der markanten Stimme der ehemaligen Straßensängerin noch einen Tick mehr Spielraum zur Entfaltung. So werden als erste Single mit „On Ira“ sowie mit „Gamine“ fröhliche Uptempo-Stücke als Brücke zum Singlehit des Debütalbums („Je veux“) angeboten, während Titel wie „J´ai tant escamoté“, „La Lune“, „Toujours“ und „Oublie Loulou“ auf klassischen Chanson-Pfaden wandeln. Dazu kommt mit „Comme si, comme si“ ein verspielter Gypsy-Swing, „La Lessive“ schmiegt sich als akustische Gitarrenballade an, das stimmungstechnisch dunkler gehaltene „Déterre“ bedient sich eines eindringlichen Betts aus Orgel- und Pianoklängen und das euphorische „Si je perds“ wurde mit Streichern aus der Konserve aufgepeppt.

Damit gelingt Zaz ein Album, das nicht viel verkehrt macht, weil es als leichte Sommer-Unterhaltung gut konsumierbar ist. Es positioniert Zaz weiterhin geschickt zwischen Avantgarde und Mainstream, freilich ohne dass diese neue Erkenntnisse diesbezüglich abliefert. Wem das genügt, wird mit „Recto Verso“ einige Zeit seinen Spaß haben können.

Anspieltipps:

  • On Ira
  • Déterre
  • Ensemble
  • Si je perds
  • Oublie Loulou
  • Le retour de soleil
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