Britney Spears - Britney Jean - Cover
Große Ansicht

Britney Spears Britney Jean


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ich bin eine Performerin. Ich bin eine Mutter. Ich bin lustig. Ich bin deine Freundin. Ich bin Britney Jean“. Danke. Und mein Name ist Hase!

Eine gesonderte Erklärung für den Albumtitel „Britney Jean” ist eigentlich nicht notwendig. Denn so ein Spiel mit dem eigenen Namen trieb zum Beispiel auch schon Beyoncé Knowles („I Am... Sasha Fierce“), was dem geneigten Hörer lediglich signalisieren soll, dass er es mit einem sehr persönlichen Album zu tun bekommt. Mit Verlaub, das ist natürlich in den meisten Fällen ausgemachter Kokolores und gerade im Fall der Britney Spears ein berechnender und klischeetriefender Schritt, um dem Publikum (besonders in den USA) etwas vorzumachen. Wie schön. Und im nächsten Jahr folgt dann bestimmt ein Album mit Weihnachtsliedern. Jede Wette!

Doch vorher will erst einmal das achte Studioalbum der 32-Jährigen erfolgreich auf und über die Bühne gebracht werden, das in der „normalen” (nicht Deluxe) Version, an der u.a. William Orbit, Sia Furler, David Guetta, Katy Perry, Ruth-Anne Cunningham, Will.I.Am, Lukasz Gottwald, Nicky Romero, T.I. und Anthony Preston als Songwriter bzw. Produzenten mitgearbeitet haben, mit fast schon unverschämt minimalistischen 36 Minuten Spielzeit daherkommt.

Die Auswahl der Kollaborateure zeigt, dass Britney Spears den Kurs des vorherigen „Femme Fatale“-Albums (03/2011) auch auf „Britney Jean“ weiterverfolgt und ihre Popmusik mit aktuellen Dance- und Electro-Elementen auf zeitgemäß trimmen will. Dass dabei ausgerechnet Knöpfchendreher wie David Guetta, Dr. Luke und Will.I.Am die stilistische Fahrtrichtung bestimmen, lässt allerdings nichts Gutes ahnen. Und in der Tat ist das auf „Britney Jean“ angerührte Süppchen diesmal ganz besonders dünn ausgefallen.

Die großspurig angekündigten persönlichen Inhalte sowie die Uptempo-Dance-Songs, die Spaß machen, muss der geneigte Hörer jedenfalls mit der Lupe suchen – ohne am Ende fündig zu werden. Denn „Britney Jean“ ist ein Destillat aus Trash-Pop à la t.A.T.u. („Work bitch“), Ballermann-Gedöns der Marke Jennifer Lopez feat. Pitbull („Till it’s gone“) und kompositorischen Nullnummern wie „Don’t cry“. Dazu kommen mit E-Gitarren und dicken Beats angereicherte Tracks wie „Passenger“ sowie ein auf einem Akustikgitarrenteppich gestelltes Familienzusammentreffen mit Schwesterchen Jamie Lynn Spears in „Chillin‘ with you“.

Fazit: Wenn am Ende lediglich das von William Orbit betreute „Alien“ als Gewinn zu Buche steht, ist das für ein Album eines Megastars eine ziemlich peinliche Ausbeute, bei der der Hörer am Ende froh sein kann, dass sie gleich am Anfang des Longplayers steht, sodass man sich das restliche halbe Stündchen Musik am besten ganz schenken kann.

Anspieltipps:

  • Alien
  • Passenger
  • Work bitch
  • Chillin‘ with you

Neue Kritiken im Genre „Pop“
4/10

Am Ende Des Tages
  • 2018    
Diskutiere über „Britney Spears“
comments powered by Disqus