Dream Theater - Live At Luna Park - Cover
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Dream Theater Live At Luna Park


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 231 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Standard-Kür der Prog-Heroen - und gerade deshalb immer wieder empfehlenswert.

Werden sich die Prog-Großmeister von Dream Theater etwa selbst untreu? Dass sie nach jedem Studioalbum kurze Zeit später das passende Livedokument raushauen, ist bei James LaBrie (Gesang), John Petrucci (Gitarre), John Myung (Bass), Jordan Rudess (Keyboard) und dem Neuzugang Mike Mangini (Schlagzeug) eigentlich Tradition. Schon wieder verzichtet die Band auf jene Veröffentlichungsstrategie und so kommt das bereits 2012 angekündigte „Live At Luna Park“ erst nach dem selbst betitelten Album „Dream Theater“ (2013) und nicht dessen Vorgänger „A Dramatic Turn Of Events“ (2011) leicht verspätet. Der im August des Jahres 2012 aufgenommene Gig besteht eigentlich aus zwei zusammengeschnittenen Shows, welche beide im titelgebenden Luna Park stattfanden. Die Südamerikaner erwartete ein buntes Potpourri aus neuen Songs, großen Hits und kleinen Überraschungen. Und jetzt kann sich auch der Rest der Welt daran erfreuen.

Was die Setlist betrifft, lassen sich Dream Theater nicht lumpen. Da geben sich zum Beispiel recht früh der alte Hit „6:00“ („Awake“) mit denen von „A Dramatic Turn Of Events“ - dem zum Aufnahmezeitpunkts des Konzerts aktuellen Longplayer - gegenseitig die Klinke in die Hand. Tatsächlich findet jede Komposition des Albums einen Platz auf dem Album - angefangen beim fetzigen „On The Back Of Angels“, über die besonders im Livegewand überzeugende Ballade „This Is The Life“ bis hin zum mittlerweile zum modernen Klassiker avancierten „Breaking All Illusions“! Letzteres hat mittlerweile zu Recht einen festen Platz im Herzen der Fans und wird von jenen gerne als Nachfolger von „Learning To Live Part“ genannt.

Leider spielen Dream Theater dieses trotz des durchaus dargebotenen Intros „Wait For Sleep“ nicht. Als stattdessen „Far From Heaven“ ertönt, gibt es einige lange Gesichter. Als Trost bekommen natürlich „Metropolis Pt. 1“ und das hier als Rausschmeißer fungierende „Pull Me Under“ ihren Platz. Diese Klassiker von „Images And Words“ (1991) dürfen keinesfalls fehlen, zeugen mit der Tatsache, dass sie einfach nicht langweilig werden wollen, von ihrer hohen Klasse und machen auch den Zuschauern des Luna Parks am meisten Spaß. Interessanter sind da dennoch in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelte Nummern wie „Surrounded“ (ebenfalls „Images And Words“) und das akustisch und mit Streichern dargebotene „The Silent Man“ („Awake“). Als Kontrast zu Smashern wie „On The Back Of Angels“, „A Fortune In Lies“ und „These Walls“ funktioniert das mehr als gut und lockert den Auftritt erfolgreich auf. Und so wird „Live At Luna Park“ zum gewohnt hochklassigen Live-Standardprogramm der New Yorker. Fans wissen wie immer, was sie zu erwarten haben und dürften bis auf einige Details nicht enttäuscht werden.

Ob der Auftritt in Buenos Aires mit Großtaten wie „Score: 20th Anniversary World Tour“ (2006) oder „Live Scenes From New York“ (2001) mithalten kann, wird die Zeit zeigen. Genügend Argumente gibt es neben der pflichtmäßigen Präsentation neuer Songs und nicht auszulassenden Klassikern auch dieses Mal in Form von als Fanservice zu verstehenden, selten gespielten Kompositionen. Richtig auftrumpfen kann „Live At Luna Park“ schließlich mit dem Bonusmaterial. Neben einem gelungenem, kleinem Cartoon finden sich auch eine Dokumentation und ein „Behind The Scenes“. Dass „Outcry“ schließlich in einer dynamischen Multi-Angle-Version angeboten wird, darf übrigens gerne Schule machen - nicht nur bei Dream Theater! Fans werden sich ganz besonders freuen, jederzeit die Kameraposition ändern zu können und ihren ganz persönlichen Helden zu verfolgen. Ein gewohnt guter Sound und eine glasklare Bildqualität runden „Live At Luna Park“ ab. Anhänger Dream Theaters freuen sich über eine Band, die wie immer in absoluter Spiellaune ist, über die Extras und einige Bonbons in der Setlist. Gelegenheitshörer überlegen sich den Kauf eventuell zwei Mal.

Anspieltipps:

  • This Is The Life
  • A Fortune In Lies
  • Surrounded
  • Metropolis Pt. 1
  • Breaking All Illusions
  • Pull Me Under

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