I Am Poet - Cypress - Cover
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I Am Poet Cypress


  • Label: Detector Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Weniger ist oftmals mehr. Den talentierten I Am Poet fällt immer noch etwas ein, wenn sie es eigentlich schon gut sein lassen sollten.

Einmal Mannheim melancholischer Art, bitte. Das inzwischen zur Band angewachsene Projekt I Am Poet (sollte es dann jetzt nicht „We Are Poets“ heißen?) hat sich ein wenig Richtung Pop bewegt und erinnert zu belebteren Momenten an den Schweizer Geheimtipp Manana. Wo die Schweizer allerdings konsequent auf treibenden Großstadtlichter-Pop setzen, wandeln I Am Poet auf unterschiedlichen Pfaden, die nicht immer zum Ziel führen.

Dabei machen sie zum Auftakt fast alles richtig. „Protagonist“ hat von klassischer Steigerung, heulend emotionalen Gitarrenwänden und passendem Gesang so ziemlich alles, was guter Post-Rock mit viel Ambient-Einschlag braucht. Durch Drums, Keyboard und mehr Pop lässt sich aus diesem Ansatz auch Pop wie von Manana zaubern und fertig ist eine gesunde Grundlage für ein starkes, zielgerichtetes Album. I Am Poet wollen jedoch mehr und probieren sich an einer leider monotonen Akustikballade („Faustology #1“) und dem psychedelisch verstörten, aber nie richtig zündenden „Faustology #2. Dazu gesellt sich das wenig beeindruckende Instrumental-Stück „Freedom“ und fertig ist die Aufzählung der Gründe, warum „Cypress“ sich selbst im Weg steht.

Gut geschriebene, dem Opener ähnliche Tracks wie „John Doe“ und das durch Glockenspiel inspirierte „Shiver“ sind die Momente, die „Cypress“ hingegen für höhere Aufgaben empfehlen. Diese Arrangements wecken die Entdeckerlust in Hörern und lassen diese jeden einzelnen Ton aufsaugen. Selbst die recht konventionelle Schlusshymne „Funeral“ reiht sich in die erkennbare Stimmung des Albums ein, was den Ausfall in dessen Mitte umso ärgerlicher erscheinen lässt. Auch wenn nicht alles auf „Cypress“ glänzt, weiß doch der Großteil des Albums zu gefallen und hier und da sogar richtige Höhepunkte zu liefern. Der „Faustology“-Ausfall sorgt allerdings dafür, dass man mit dem Sound der Band insgesamt härter ins Gericht geht, anstatt Gnade und Antizipation auf das nächste Album walten zu lassen.

Anspieltipps:

  • Protagonist
  • Shiver
  • Flashing Lights

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