Deicide - In The Minds Of Evil - Cover
Große Ansicht

Deicide In The Minds Of Evil


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Blasphemies blessing is sanctities dressing“ – Des Metals gottlosester Haufen lädt zum Leichenschmaus!

Zwei Jahre nach dem vorgezogenen Geschenk zum 25er für alle Fans der floridianischen Todesblei-Dampfwalze namens „To Hell With God“ (02/2011), krabbeln der röchelnde Bassist Glen Benton und seine gotteslästerliche Truppe Jack Owen (Gitarre), Kevin Quirion (Gitarre) und Steve Asheim (Schlagzeug) wieder aus dem Vorhof der Hölle empor, um den leidenden Seelen auf der Erde mit deftigem Death Metal-Geballer ihr Dasein etwas erträglicher zu machen. Wo der Vorgänger allerdings noch jedes Instrument gleichberechtigt behandelt und kleine Schlagzeug- und Gitarrenintros zu bieten hatte, schert sich Album Nummer elf einen Dreck um solchen Zierrat und gibt den Fans in den elf Tracks von der ersten Sekunde an ordentlich eins auf die Mütze.

Damit dringen Deicide zwar mehr in die konventionell ausgestatteten Katakomben des Genres vor, anstatt ihr stilistisches Spektrum erneut zu erweitern, und konzentrieren sich ausschließlich auf eine bitterböse und durchtriebene Todesblei-Schlachtplatte, die feinen Nuancen in „To Hell With God“ führten letztendlich aber zu einem wesentlich einzigartigerem, weil facettenreicherem Werk. Klar, wenn ein trockener Riffteppich der alten Schule aus den Boxen fegt („Thou begone“), emsig mit verschiedenen Geschwindigkeiten gespielt wird, während ein höllischer Groove das Fundament bildet („Misery of one“), mit den Worten „The end has begun / Behold thy name“ die Apokalypse in Mach 3 losgetreten wird und Herr Benton nicht nur im Stakkato-Gegrunze seine blasphemischen Lästerungen vom Stapel lässt, sondern sogar so etwas wie eine Melodie seine Stimmbänder verlässt („Trample the cross“, „Kill the light of christ“, „Fallen to silence“), dann dreht man seine Kruzifixe gerne gen Süden.

Ins Zweifeln gerät man hingegen bei den restlichen Nummern, die kaum mehr zu bieten haben, als in technischer Perfektion den Leichnam von Jesus Christus zu schänden oder gegen geistliche Einrichtungen zu wettern. Freilich kann eine geradeaus schnalzende, deftige Abreibung auch aggressionsbewältigende Vorteile haben („Godkill“, „End the wraith of god“), Steve mehr als nur drei Akkorde auf seiner Axt spielen („Between the flesh and the void“, „In the minds of evil“) und das Katz- und Mausspiel mit dem Tempo die Kinnlade problemlos ausrenken („Beyond salvation“), jedoch gab es ähnlichen, unchristlichen Leichenschmaus bereits auf dem einen oder anderen Vorgänger. Den Fans wird es ohnehin herzlich egal sein, ob Deicide nun ein ultraböses Meisterwerk gotteslästerlicher Raffinesse geschaffen oder lediglich die altbekannten Strukturen auf den neuesten Stand gebracht haben. Solange kein zweites „In Torment In Hell“ (09/2001) auf dem Speiseplan steht, geht nämlich eine versierte Prügelorgie wie „In The Minds Of Evil“ allemal in Ordnung.

Anspieltipps:

  • Thou Begone
  • Misery Of One
  • Trample The Cross
  • Kill The Light Of Christ

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Deicide“
comments powered by Disqus