Hard Working Boss - Bonjour Fucker - Cover
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Hard Working Boss Bonjour Fucker


  • Label: French Toast/TIMEZONE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein britischer Songwriter serviert Lo-Fi-Songs mit Keyboard und Gitarre, die sein Talent zeigen und nicht zum Mainstream gehören.

Der noch weitgehend unbekannte britische Songwriter Jim Sheppard hat über das französische Crowdfunding-Label Microcultures endlich eine Unterstützung gefunden, um seine musikalischen Ideen zu veröffentlichen. In Deutschland kümmert sich Timezone Records aus Osnabrück um die Auslieferung der CDs des Musikers.

Garniert mit witzigen Texten, die auch öfter einmal böse oder skurril klingen, umgibt sich Sheppard mit hervorstechenden elektronischen Elementen, sanften Gitarrenklängen und seiner Stimme, die die Texte mit ruhigem Timbre präsentiert. Mit überraschenden Ideen versehen, ergibt sich daraus eine hohe musikalische Abwechslung.

Auch wenn der musikalische Kosmos von Hard Working Boss, wie Sheppard sein Projekt nennt, eher ein sanfter ist, verblüfft er auch schon einmal mit schrägen Gitarreneinlagen. Deshalb braucht es ein wenig Eingewöhnungszeit und Offenheit gegenüber diesen innovativen Klängen, bis sich der Hörer an die Mischung aus britischem Humor, Keyboardgefrickel und zeitweise absichtlich schrägen Tönen gewöhnt hat, doch dann beginnt man die Werke von Sheppard durchaus zu schätzen.

Das kurze „Elton John“ mit flotten, einfachen Synthesizer-Klängen oder das rockig-treibende „Church“, offenbaren beispielsweise das Songwriting-Talent des Briten. Ungewöhnlich erscheint auch die hörbare Studioatmosphäre. Das Hüsteln des Künstlers wurde wohl absichtlich nicht weggeschnitten, sodass sich der Hörer gefühlt mitten im Color Sound Studio in Paris befindet. Doch diese Lo-Fi-Atmosphäre passt zu der Musik von Hard Working Boss, auch wenn man sich öfter wünscht, dass die Songs etwas weniger ungewöhnlich gestaltet wären.

Jim Sheppard hat mit viel Liebe zum Detail seine Version von Songwriter-Pop geschaffen, die auf der einen Seite innovativ klingt, es aber auch manchmal mit ihrer Andersartigkeit übertreibt. Trotzdem gibt es viele gute Ansätze und einige überdurchschnittliche Tracks, die trotz einiger dissonanter Töne positiv auffallen.

Anspieltipps:

  • Elton John
  • Darwin
  • Church
  • Birthday

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