Billie Joe + Norah - Foreverly - Cover
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Billie Joe + Norah Foreverly


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schöne und das Biest einmal anders.

Sapperlot! Billy Joe Armstrong (41) und Norah Jones (34), der wilde Frontmann der kalifornischen Punk-Band Green Day und die zarte New Yorker Jazz-Pop-Chanteuse mit dem Grammy-Abonnement, haben ein gemeinsames Album aufgenommen. Dahinter steckt – wie soll es auch anders sein? – ein weihnachtlich angehauchtes Konzept, wobei die beiden Musiker weder gemeinsam neue Songs geschrieben, noch in die große Kiste mit Liedern zum Fest gegriffen haben, sondern „lediglich“ den im Jahr 1958 zu Weihnachten veröffentlichten zweiten Longplayer „Songs Our Daddy Taught Us” des amerikanischen Country- und Folk-Duos The Everly Brothers neu interpretiert haben.

Das Gros der Songs wurde während einer fünftägigen Session im New Yorker Magic Shop Studio aufgenommen und von Tim Luntzel (Bass), Dan Rieser (Drums), Jonny Lam (Gitarre) und Charlie Burnham (Violine) im Studio begleitet. In weiteren vier Tagen wurde das Werk fertiggestellt und kommt nun als sachte entstaubter Klassiker daher, der mit originalgetreuen Harmoniegesängen, tiefenentspannten Kompositionen und authentischer Instrumentierung so dicht wie nur möglich an der Urversion dran ist.

Dabei singt Billie Joe Armstrong die Parts von Don Everly und Norah Jones die von Phil Everly. Und es fühlt sich streckenweise wirklich so an, als hätte es der Hörer mit einer Originalaufnahme aus den späten 50er Jahren zu tun. Doch wer genau hinhört, erkennt, dass die aktuelle Aufnahme mehr Druck auf dem Kessel hat und unter moderneren Bedingungen entstanden ist. Der Green-Day-Fan wird sich zudem fragen, was er mit diesem Duett-Album anfangen soll, nachdem die „Uno!“-„Dos!“-„Tre!“-Katastrophe noch immer nicht richtig verdaut ist.

In der Tat sind die Norah-Jones-Hörer wohl die geeignetste Zielgruppe für dieses nett gemeinte, aber nicht wirklich essentielle Cover-Album der speziellen Art, in dem gewiss viel Liebe steckt, aber auch kommerzielles Kalkül, eine Weihnachtsplatte quasi durch die Hintertür im Markt zu platzieren.

Anspieltipps:

  • Kentucky
  • Long time gone
  • Silver haired daddy of mine
  • Rockin‘ alone (in an old rockin‘ chair)

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