Chris Brown - X - Cover
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Chris Brown X


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 75 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nix Neues im Hause Brown. Die anfänglich gespitzten Ohren hängen schon bald schlapp herunter.

Auch wenn Chris Brown erst 25 Jahre alt ist, hat er bereits fünf Studioalben veröffentlicht. Die Entwicklung, die er darauf eingeschlagen hat, ist allerdings nicht deckungsgleich zu seinen Vorschusslorbeeren und Vergleichen mit Usher und allen voran Michael Jackson verlaufen. Denn Mr. Brown tendiert mit seiner Musik inzwischen gerne mal in den HipHop- und Rap-Bereich, was u.a. an seinen Feature-Gästen abzulesen ist. Dazu haben dem Sänger diverse Skandale geschadet, darunter zum Beispiel die 2009er Prügelattacke auf seine damalige Freundin Rihanna. Zuletzt wurde bekannt, dass Brown im Gefängnis saß, an einer manisch-depressiven Erkrankung leide und in einer dreimonatigen Reha seine Gewaltausbrüche unter Kontrolle bringen sollte.

Auch aus diesen Gründen wurde Chris Browns nunmehr sechstes Album „X“, das ursprünglich für Sommer 2013 angekündigt war, immer wieder verschoben. Dennoch sammelten sich in der gut zweijährigen Produktionsphase rund 50 Songs an, aus denen Brown wählen konnte. Fast die Hälfte davon landete auf der Deluxe Version von „X“, das grundsätzlich weniger poppig sein und keine Euro-Dance-Beats mehr enthalten sollte. Um es vorwegzunehmen: Dies ist dem Amerikaner nicht gelungen. Und nimmt man die kaum überschaure Liste mit Produzenten und Co-Songwritern unter die Lupe, erscheint dieser Plan von vornherein unmöglich gewesen zu sein.

Chris Brown klöppelt mit insgesamt 21 Tracks in alle Richtungen. Pop, R&B, HipHop, Dubstep und holt sich dazu für fast jeden Track prominente Unterstützung. Aaliyah, Nicki Minaj, Kendrick Lamar, Brandy, Trey Songz, Lil Wayne, Tyga, R. Kelly, Akon, Rick Ross. Die Liste ist – wie bei den Produzenten und Co-Songwritern – ellenlang. Doch genau das soll wohl modernen R&B ausmachen, der sich seiner Fesseln lösen und damit wieder interessanter machen möchte. Es sei Herrn Brown gestattet. Schließlich lässt er alte Traditionen nicht ganz aus dem Auge und liefert beispielweise mit R. Kelly, dem alten Schwerenöter, in „Drown in it“ eine klassische Kopulationsballade ab. Der Hörer sollte nur nicht so genau hinhören, welche kleinen Schweinereien Chris Brown und seine Duettpartner hier und an anderer Stelle von sich geben.

Am Ende ist es eben wie immer die alte Leier. Chris Brown definiert sich in seinen Texten über sein üppiges Gemächt, um die Ladies (und Niggas) zu beeindrucken. Dazu können die Beats nicht fett und die Rhythmen nicht simpel genug sein. Das funktioniert sogar bis zu einem gewissen Grad ganz gut, doch über eine Spieldauer von knapp 80 Minuten trägt diese Kraftmeierei freilich nicht. Dazu sind die Songs zu austauschbar und unterm Strich zu öde, sodass die anfänglich gespitzten Ohren schon bald schlapp herunterhängen.

Anspieltipps:

  • See you around
  • Autumn leaves
  • Songs on 12 play
  • Don’t think they know
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