Gun Club Cemetery - Gun Club Cemetery - Cover
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Gun Club Cemetery Gun Club Cemetery


  • Label: 359 Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hemdsärmeliger Pub-Rock und gefühlvolle Barroom-Balladen aus dem UK.

Hinter Gun Club Cemetery steckt in erster Linie Alex Lowe (Gesang, Piano, Gitarre), der in den späten 90er-Jahren Frontmann der Oasis nacheifernden Band Hurricane #1 war. Sie veröffentlichten zwei Alben auf Creation Records, dessen Begründer Alan McGee nun das Label 359 Music betreibt und das Trio unter Vertrag nahm. Neben Lowe agieren Nick Repton am Bass und Colin Ward am Schlagzeug. In Eigenregie fabrizierten sie eine EP, die ihnen den Weg für das nun vorliegende Debüt über die lange Distanz ebnete.

Das selbstbetitelte Album startet mit dem waschechten Pub-Boogie-Rock „Hollow Face Of A Shallow Man“, der mit rollendem Piano und druckvollen Rhythmen daherkommt und im finalen „Needle Aside“ seinen Bruder findet. Alex Lowe singt dabei wie die Kreuzung eines jungen Rod Stewart mit Paul Weller. Das Ganze klingt im Geiste der Faces und Stones, wobei auch The Black Keys ihre Spuren hinterlassen haben. Dazwischen platzieren sie zu Herzen gehende Balladen wie das von Akustikgitarre und Orgel dominierte „Take Me Down Again“ und das von Pianotakten geleitete „Before Sunrise“. Songs, die an eine gemeinsame Session von Brinsley Schwarz und Nikki Sudden denken lassen. Dabei lassen sich einige Bierchen an der Bar schlürfen, wobei auch die eine oder andere Träne ins Glas perlen darf.

In dem akustischen „It’s In Your Smile“ sorgt eine Flöte für Zwischentöne und „We Can’t Always Be The One“ kommt als einfühlsame Pianoballade mit Streichern daher. Es folgt der Oasis-Gedächtnissong „Get It Down“, der vom akustischen mit Streichern dargereichten „All I Want From You“ abgelöst wird. Dabei verstehen es Gun Club Cemetery wiederholt, aus scheinbar simplen Zutaten stimmungsvolle Songs zu komponieren, die in der Umsetzung in all ihrer Hemdsärmeligkeit sehr einfühlsam, dennoch locker und leger ins Ohr gehen. So schimmert in „Dead Inside“ auch das Sonnige eines Tom Petty durch oder in „Need A Helping Hand“ der weiße Soul von The Band.

Brit-Pop und Pub-Rock erleben gerade ein kleines Revival, nicht nur Verdienst von Alan McGee, vielmehr tummeln sich weitere beachtenswerte Interpreten wie z.B. The Mighty Stef, Knoxville Morning oder The Last Tycoons durch die Szenerie. Wer danach gräbt, wird fündig werden.

Anspieltipps:

  • Take Me Down Again
  • We Can’t Always Be The Ones
  • Before Sunrise
  • Needle Aside

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