Paul Carrack - Rain Or Shine - Cover
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Paul Carrack Rain Or Shine


  • Label: Carrack/H'ART
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Paul Carrack denkt überhaupt nicht an den Ruhestand, auch wenn die ganz großen Jahre längst vorbei sind.

Mit Paul Carrack ist es ein wenig so, wie mit einer Reihe von Künstlern, die es schon seit einer ganzen Weile gibt. Die fetten Jahre sind vorbei und die Glanzpunkte werden nur noch hier und da gesetzt. Auf der Habenseite kann Carrack allerdings auch ein gewisses Grundniveau für sich beanspruchen. Er weiß, wie sein Soul-Pop zu funktionieren hat, und auch bei einseitigem Hang zu Liebesliedern wird das Thema zumindest immer wieder mit Respekt angegangen. Auf „Rain Or Shine“ konzentriert sich der Brite allerdings derartig versteift auf sein Grundwissen, dass dem Album zu jedem Zeitpunkt die Ambitionen zu größerem fehlen.

Wenn tatsächlich richtig gute Melodien wie im Opener „Stepping Stone“ ertönen, dann wird starr auf die Grundmelodie gesetzt. Im Großen und Ganzen bedeutet das, dass die Strophen keine Variation bringen und der Chorus zu oft wiederholt wird. Es handelt sich genaugenommen um ganz schlichte Dinge, die das Album schon früh ausbremsen. Sobald die Songs das Tempo drosseln, sind diese einfachen Strukturen nicht mehr ganz so offensichtlich. Aber ohne großen Druck und die nötigen Emotionen gehen Songs wie „One In A Million“ einfach an den Hörern vorbei. Als nett und einfach lassen sich die Arrangements bezeichnen, doch Tiefe oder Bindung fehlen zu jedem Zeitpunkt. Es klingt schlichtweg zu sauber und brav, um ehrlich zu wirken, und die Melodien sind bei weitem nicht stark genug, um Pop-Fans gänzlich glücklich zu machen.

Es hilft auch nicht, dass sich Carrack eben nur auf Liebesgeschichten reduziert und somit immer wieder dasselbe Thema anspricht. Wirklich funktionieren tut es nur, wenn sich der Routinier dazu hinreißen lässt, tatsächlich seine Stimme zum Zentrum der Lieder zu machen. Das jedoch geschieht leider nur in „You Don't Know Me“, „Hard Times (No One Knows It Better Than I)“ und „Come Rain Or Shine“. Hier schafft es Carrack, eine Harmonie aus Musik und Gesang zu erstellen, die sich tatsächlich vom Mittelmaß-Grau des Rests abheben kann. Insgesamt scheint sich das Album jedoch zu sehr auf Baukastenpopgerüste zu verlassen, die zwar nie ein durchschnittliches Niveau unterschreiten, dieses allerdings dafür zementieren und Attributen wie „gut“ und „interessant“ oft einen Strich durch die Rechnung machen.

Anspieltipps:

  • You Don't Know Me
  • Hard Times (No One Knows It Better Than I)
  • Come Rain Or Shine

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