The Doors - R-Evolution - Cover
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The Doors R-Evolution


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 154 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
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Immer wenn man glaubt, dass nun endlich alles von den Doors auf den Markt geworfen wurde, kommt das nächste Produkt angeflogen.

Am 20. Mai 2013 verstarb der The-Doors-Keyboarder Ray Manzarek im Alter von 74 Jahren in einer Klinik im bayerischen Rosenheim. Damit beklagt die legendäre Rockband aus Kalifornien nach dem Tod Jim Morrisons im Jahr 1971 nicht nur ihren zweiten Toten, sondern auch den Verlust ihres Sprachrohrs. Denn niemand erhielt den Mythos der Doors mit großspurigen und blumigen Worten so genial am Leben, wie der immer etwas schrullig wirkende Herr Manzarek.

Die nach dem Tod Morrisons verbliebenen Doors-Musiker Ray Manzarek, Robby Krieger und John Densmore verstanden es wie keine zweite Band, ihre Archive über Jahre hinweg zu plündern und zu vermarkten. Mit zahllosen Neuauflagen der lediglich sechs Studioalben, Box-Sets und offiziellen Live-Bootlegs drehen The Doors bis heute in einem extrem Maße an der Kommerz-Schraube. Und immer wenn man glaubte, dass nun endlich alles auf den Markt geworfen wurde, was die Band jemals aufgezeichnet hat, kommt schon das nächste Produkt angeflogen.

Im November des Jahres 2013 ist dies die DVD/Blu-ray „R-Evolution“, die anhand von kleinen Musikfilmen (heute würde man Videoclips sagen), frühen Fernsehauftritten, Live-Shows und der 45-minütigen Dokumentation „The Doors: Breaking Through The Lens“ die Entwicklung des Quartetts von der schüchternen Pop-Band zur provokanten Rock-Band nachzeichnet und dabei aus heutiger Sicht jede Menge skurriles Material zutage fördert.

Die Deluxe Edition im schön aufgemachten Digibook sammelt dabei in chronologischer Reihenfolge insgesamt 18 Performances, die im Januar des Jahres 1967 mit dem Song „Break on through“ beginnen und mit dem „Ghost song“-Musikfilm aus dem Jahr 1995 enden. Darunter befinden sich Auftritte in deutschen (!) TV-Shows („Hello, I love you“ aus „Musik für junge Leute“), der legendäre Clip von „Unknown soldier” mit einem in Jesus-Manier ans Kreuz genagelten, Blut spuckenden Jim Morrison, höchstseltene Studioeinblicke aus den späten 60er Jahren („Wild child“) und Konzerteindrücke aus der Endphase der Gruppe („Roadhouse blues“).

Nicht nur für Fans ergibt sich daraus ein unverzichtbares Videoclip-Sammelsurium geschichtsträchtiger Rockmusik von einer Band, die in demnächst 50 Jahren nach ihrer Gründung einen Mythos entwickelt hat, wie es nur ganz wenigen Gruppen gelingt.

Anspieltipps:

  • Wild child
  • Ghost song
  • L.A. Woman
  • The changeling
  • Roadhouse blues
  • People are strange
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