Madeline Juno - The Unknown - Cover
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Madeline Juno The Unknown


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutscher Pop-Nachwuchs aus der Tokio-Hotel-Schmiede.

Einen Majorvertrag mit Universal Music in der Tasche, mit dem Produzenten- und Songwriter-Duo Patrick Benzner und Dave Roth (Tokio Hotel, Patrick Nuo, Die Atzen, Melanie C) zwei ausgemachte Hit-Garanten an der Hand, mit „Error“ einen Song auf dem Soundtrack des unverschämt erfolgreichen „Fack ju Göhte”-Film platziert und beim Vorentscheid „Unser Song für Dänemark“ für den Eurovision Song Contest 2014 als sympathische Mitstreiterin mit Außenseiterchancen gegen Schwergewichte wie Santiano und Unheilig dabei.

Keine Frage, der Teenager Madeline „Juno“ Obrigewitsch (18) aus dem beschaulichen Ortenaukreis im Schwarzwald, wird zurzeit generalstabsmäßig für den Teenie-Pop-Markt aufgebaut. Ob dazu genauso viel Geld in die Hand genommen wird, wie damals bei Tokio Hotel, kann nur vermutet werden. Fakt ist: Mit der finanziellen Power eines Majors wie Universal, lassen sich auch heute noch junge Talente „breaken“. Wenn dann noch eine geschickte Social-Media-Vernetzung über Facebook, Twitter und YouTube dazukommt, ist die halbe Miete bereits erbracht.

Der andere, viel wichtigere Teil, nämlich die Musik, gerät bei aller Hysterie gerne in den Hintergrund. Das ist natürlich Irrsinn, aber nicht neu. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass eine Produktion von Patrick Benzner und Dave Roth internationalen Ansprüchen genügt und keine Elfen-Musik à la Oonagh an den Start gebracht wird. Denn dazu taugen die Grundgerüste der Songs aus der Feder von Madeline Juno nicht. Vielmehr erinnern Stücke wie „Like lovers do“ oder auch „Vertigo“ an den Piano-Pop einer Vanessa Carlton, den Folk-Pop einer Jewel („Day one“) oder den Power-Pop einer Michelle Branch („Do it again“, „If this was a movie“).

Grundsätzlich keine schlechten Vergleiche, denen Madeline Juno mit ihren häufig sehr melancholisch geprägten Songs tatsächlich bis zum Schluss standhält. Und das, obwohl „The Unknown“ mit 16 Tracks und einer Stunde Spielzeit extrem üppig für ein Debüt ausgefallen ist. Ein Debüt, das ohne Ausfälle auskommt, gewiss noch ein wenig mehr Tiefe hätte gebrauchen können, aber stattdessen mit einem kleinen Teenager-Bonus gesegnet ist, den wir hier gerne verteilen.

Anspieltipps:

  • Error
  • Feel you
  • Ego you
  • Do it again
  • Like lovers do
  • Always this way
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