Sea Wolf - Old World Romance - Cover
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Sea Wolf Old World Romance


  • Label: DevilDuck/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Neue Gefühls- und Wellenbäder vom Seewolf aus Kalifornien.

Der Seewolf ist in erster Linie der Sänger und Liederschreiber Alex Brown Church, der wieder die gleichen Musiker wie auf dem Vorgänger „ White Bloom“ um sich geschart hat. Der Ansatz für das vorliegende „Old World Romance“ war dagegen ein anderer. So komponierte er von einer Melodie-Basis aus und ließ sich weniger von den Texten antreiben, die Songs sollten direkter werden.

Sea Wolf aus Kalifornien bedienen nicht das Klischee von Sonne, Strand und Meer. Sie nehmen die stürmische See für das Coverartwork und entfachen auch musikalische Wellengänge. Dennoch sind die Songs alles andere als aufbrausend, vielmehr sind sie auf eine reduzierte Art hymnisch, zeichnen sich durch Homogenität aus, ohne dabei in Plattitüden zu verfallen. Ein weiteres ins Auge stechende Element: Churchs Stimme muss nicht länger mit der von Conor Oberst (Bright Eyes) verglichen werden. Sein Timbre klingt erwachsener, er scheint seine eigene Stimme gefunden zu haben, weiß, dass weniger manchmal mehr ist.

Auf dem Opener „Old Friend“ finden zischende Beats und Akustikgitarren zueinander, die von der Singstimme gezeichnete Melodie hat ein leichtes Britpop-Flair. „In Nothing“ und „Priscilla“ schwimmen auf Keyboardwellen, die hin und wieder von Strom- und/oder Akustikgitarren flankiert werden. Für seinen Sohn hat er „Kasper“ geschrieben, das die Mitte zwischen den Polen aufwühlend und anrührend findet. Nach und nach wiegt sich der Hörer mit den melancholischen Klängen, denen dennoch etwas Sonniges (wie z.B. auf „Changing Seasons“) innewohnt und verliert sich gerne in diesen bittersüßen Stimmungen.

Zum Abschluss dürfen wir in einen sanften „Whirlpool“ tauchen, einem letzten Gefühls- und Wellenbad von „Old World Romance“, das als Gesamtpaket homogen, ausgeruht und mit einem Gefühl des Angekommenseins überzeugt. Klanglich hat Kenne Takahashi das Ganze stimmungsvoll und mit viel Liebe in Szene gesetzt, so dass unterm Strich ein starkes Album herausgekommen ist.

Anspieltipps:

  • Priscilla
  • Kasper
  • Changing Seasons
  • Whirlpool

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