A Perfect Circle - Three Sixty - Cover
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A Perfect Circle Three Sixty


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 89 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Kompilation nach zwei Studio- und einem Coveralbum? Fans von Howerdel und MJK werden zu Recht langsam ungeduldig.

„Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist's nicht mehr weit!“ Und das ist selbst für eine Kombo wie A Perfect Circle - und die ist eigentlich nicht als Kommerz-Schweinestall bekannt - Grund genug, mal eben eine Best-of auf den Markt zu bringen. Mit gerade mal drei Langrillen in der Diskographie darf schließlich auch gerne über Sinn oder Unsinn einer solchen Entscheidung diskutiert werden - zumal das im Jahre 2004 erschienene Album „eMOTIVe“ zu 80% eine Sammlung von Coverversionen ist und schon damals mit Argwohn betrachtet wurde. Und überhaupt: Maynard James Keenan soll mal langsam seinen Podex vom Weingut zurück ins Studio schleppen und endlich die neue Tool machen! Oder ein vollwertiges Album von A Perfect Circle. Und überhaupt und sowieso! Die geplagten Anhänger von Keenans Arbeit haben gutes Recht, so zu denken. Dass gut Ding Weile haben will, funktioniert irgendwann auch nicht mehr. Da zieht auch nicht Keenans Kommentar, dass er und Billy Howerde mit der ersten Best-of ein „exaktes Abbild“ ihrer „Freundschaft und (…) Intuition“ schaffen wollten.

Immerhin ist musikalisch alles im grünen Bereich. Kein Wunder: „Mer de Noms“ (2000) und „Thirteenth Step“ (2003) sind schlichtweg großartig, wie guter Wein gealtert (und Keenan versteht was davon!) und funktionieren auch heute noch ganz vorzüglich. Fans haben beide Werke zu Hause im Regal stehen und kennen sie in- und auswendig. Losgelöst funktionieren Kompositionen wie „Weak And Powerless“, „The Noose“ oder „The Outsider“ auch auf „Three Sixty“. Interessanterweise trifft dies auch auf Stücke von „Mer de Noms“ zu. Sie werden zwar aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen, kommen jedoch ohne den konzeptionellen Hintergrund aus. Hat man die Wahl, greift man aber wohl doch zum Studioalbum und hört „Mer de Noms“ wie es gehört werden soll. Anders sieht es dagegen wieder bei den Songs von „eMOTIVe“ aus. Wer damals schon die Covers von „Imagine“ (John Lennon), „People Are People“ (Depeche Mode) oder „When The Levee Breaks“ (Led Zeppelin) als reine Gimmicks sah, wird seine Meinung wohl kaum ändern. Immerhin haben es auch die beiden Eigenkompositionen „Passive“ und „Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums“ auf „Three Sixty“ geschafft. Das wirkliche Highlight der Kompilation ist letzten Endes dann „By And Down“, der einzige wirklich neue Song, den A Perfect Circle bieten.

Ein Kaufargument ist „By And Down“ aber nicht. Zwar handelt es sich um eine ohne Frage gelungene hypnotische, melancholische Ballade, die A Perfect Circle wirklich von ihrer besten Seite zeigt, doch Ersatz für eine vollwertige Ansammlung von neuen Kompositionen ist der Song dann auch nicht. Immerhin wissen die Hörer durch ihn, dass A Perfect Circle immer noch aktiv sind - vier Jahre nach der EP „Deep Cuts“ war das wohl auch nötig! Ob „By And Down“ den Kauf rechtfertigt, soll deshalb jeder für sich selbst entscheiden. Streng genommen ist die Kompilation jedoch nicht mal annähernd so etwas wie eine Entschädigung für ein ungeduldig erwartetes Werk Keenans und im Endeffekt nur ein Sammlerstück für Fans. Diese legen sich „Three Sixty“ gezielt zu, damit es im Regal etwas voller wird. Die restliche Hörerschaft, die Interesse für A Perfect Circle entwickeln sollte, kann sich die Best-of sparen und für ein paar Taler lieber die beiden regulären Alben zulegen - wenn das Geld dann noch reicht, dann auch gerne „eMOTIVe“.

Anspieltipps:

  • By And Down
  • Passive
  • Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums

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