Nina Persson - Animal Heart - Cover
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Nina Persson Animal Heart


  • Label: Lojinx/ALIVE
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Leider eine Spur zu harmlos: Das Solodebüt von Nina Persson (The Cardigans).

Als Fan hat man es nicht immer leicht, wobei die Gründe des Leidens ganz unterschiedlich ausgeprägt sein können. Man nehme als Beispiel den Veröffentlichungsrhythmus seiner Lieblingskünstler: Entweder werden Alben in viel zu kurzen Abständen veröffentlicht, was meistens zulasten der Qualität geht, oder es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis man endlich neues Material in die Arme schließen kann. Beides ist, wie gesagt, nicht so toll und wer sich vor 20 Jahren in die blauen Augen und die laszive Stimme von Nina Persson verliebt hat, ist besonders hart dran. Denn das letzte Album der Cardigans („Super Extra Gravity“) liegt inzwischen neun Jahre, das von A Camp („Colonia“) immerhin fünf Jahre zurück. Zwar sang die Schwedin hier und da auf den Platten von Kollegen und tourte mit den Cardigans um die Welt, doch auf neue Musik musste tatsächlich bis Februar 2014 gewartet werden. Eine unfassbar lange Zeit, an deren Ende das erste Soloalbum der Sängerin steht.

Nina Persson hat „Animal Heart“ in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann, dem Filmkomponisten Nathan Larson, sowie dem Produzten und Musiker Eric D. Johnson (u.a. The Shins, Fruit Bats) in verschiedenen Studios in ihrer Wahlheimat USA sowie im schwedischen Göteborg geschrieben und eingespielt. Der Grundton des Albums ist dabei melancholisch und sehnsuchtsvoll angelegt, was wie gemacht für die prägnante Stimme der 39-Jährigen ist. Inhaltlich dreht sich alles um das Thema Beziehungen, was für den Cardigans-Kenner keine Überraschung ist. Die Grundlegenden Koordinaten für ein Wiederhören mit Nina Persson stimmen also durchaus. Allerdings ist das leider nur die halbe Wahrheit.

Denn musikalisch bewegt sich Nina Persson bis auf die auffallend tanzbare erste Single „Animal Heart“ in einem relativ spannungsarmen Umfeld, in dem die Songs nicht selten zu wenig fordernd und kaum zupackend vor sich hin plätschern. Wäre da nicht die süchtig machende, stets etwas brüchig wirkende Stimme der Schwedin, „Animal Heart“ hätte ein echtes Identifikationsproblem. Dabei verströmen Stücke wie „Burning bridges for fuel“ oder auch „Dreaming of houses“ anfänglich durchaus Gänsehaut-Atmosphäre. Doch das Trio Persson/Johnson/Larson kann, warum auch immer, nur selten einen durchgehenden Spannungsbogen aufrechterhalten, wodurch die Songs leider immer wieder in den Sog eines niedlich-harmlosen Popalbums abrutschen, das ohne Perssons Stimme höchstwahrscheinlich zum Scheitern verurteilt wäre.

So bleibt am Ende die Freude, Nina Persson endlich mal wieder singen zu hören, aber auch die Ernüchterung, dass die Musik auf „Animal Heart“ nicht mit den Großtaten der Cardigans und dem Experimentierspaß von A Camp mithalten kann. Und wenn wir ehrlich sind, dann ist solider Durchschnitt zu wenig, um gekauft zu werden.

Anspieltipps:

  • Silver
  • Jungle
  • Animal heart
  • Dreaming of houses
  • The grand destruction game
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