Skindred - Kill The Power - Cover
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Skindred Kill The Power


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Kill The Power“ ist gemessen an Skindreds ersten Alben und der explosiven Atmosphäre ihrer Live-Auftritte nur Durchschnitt.

Skindred sind ein Abrisskommando, das völlig problemlos innerhalb eines Sommers sämtliche HipHop-, Metal- und Indie-Festivals abwechselnd bespielen könnte. Und es wären wahrscheinlich noch nicht einmal Unterschiede in der Gunst des Publikums messbar. Ihr britisch-jamaikanischer (Nu) Metal / Dub / Alternative-Mix kennt live keine Grenzen, was vor allem auf das Konto von Sänger Benji Webbe geht, der mit seiner energiegeladenen Ausstrahlung locker jede Kirmes zum Hopsen bringt. Auf Tonbänder gebannt, sieht die ganze Sache dagegen neuerdings anders aus: Dort will das Projekt Skindred im Jahr 2014 nicht mehr ganz so energisch um sich greifen wie zu „Roots Rock Riot“-Zeiten, als ein aktueller Ausnahmesong wie „Kill The Power“ nicht mehr als ein Highlight unter vielen gewesen wäre.

Heute sticht dieser großspurige Titeltrack des fünften Skindred-Longplayers dagegen unangenehm deutlich aus dem restlichen Material heraus und macht in seiner Funktion als Opener unbegründet Hoffnung auf ein großartiges Album. Das ist „Kill The Power“ trotz einiger toller Momente nicht - und es ist gar nicht mal einfach, herauszufinden, woran das genau liegt. Sind es die Electro- und Dubstep-Elemente, die „Ruling Force“ und „Playing With The Devil“ auf dem Gewissen haben? Skindred bewegen sich hier bewusst am Puls der Zeit, übertreiben es aber mit ihrer Hingabe zur elektronischen Spielerei. Den besten Beweis liefert das darauffolgende „Worlds On Fire“, bei dem es dieses abgefahrene Quartett dann wieder schafft, eine Brücke zwischen Sean Paul und Soulfly zu schlagen, ohne dabei wie zuvor das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Danach gibt es mit „Ninja“ noch einmal die volle Breitseite zu spüren, bevor „Kill The Power“ überwiegend ins Gewöhnliche abdriftet: „The Kids Are Right Now“, „We Live“, „Saturday“ und „More Fire“ sind Skindred light, nicht schlecht, aber mit Ausnahme der Samstagabend-Ausgeh-Hymne „Saturday“ nicht sonderlich spektakulär. Dazwischen gibt es noch den einen oder anderen Song zum Aufhorchen (allen voran „Open Eyed“), mehr springt am Ende jedoch nicht dabei raus. Skindred fehlen diesmal die überzeugenden Argumente, die Nummern mit Bestand, der übliche Kick. Gemessen an ihren ersten Alben und der explosiven Atmosphäre ihrer Live-Auftritte ist „Kill The Power“ somit leider nur Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Kill The Power
  • Worlds On Fire
  • Saturday

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