The Young Knives - Sick Octave - Cover
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The Young Knives Sick Octave


  • Label: Gadzook/ALIVE
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Verquerer Mix aus Indie-Rock, New Wave und Art Pop.

Die Young Knives sind eine englische Indie-Band, deren Alben und Singles im UK Chartplatzierungen erfuhren. Sie sind als Trio unterwegs mit Henry Dartnall (Gesang, Gitarre) und seinem Bruder Thomas (Gesang, Bass), der sich ‚The House Of Lords‘ nennt, sowie Schlagzeuger Oliver Askew. Ihre ersten drei Alben verstehen sie als Trilogie und das nun vorliegende „Sick Octave“ als Neustart. Angeblich hatten sie eine Menge Spaß bei den Aufnahmen, die sich anders als die zuvor entstandenen anfühlten.

Nach dem von Kindern abgezählten Intro „12345“ fährt einem ein Synthesizer ins Ohr, der einen in die Zeit von „Alles ist gut“ (1981) von DAF zurückführt, dann aber schnurstracks zum modernen Indie-Synthie-Rock mutiert. „Owls Of Athens“ nennt sich der forsche Auftakt, der vom melodiösen gitarrenbetonten Indie-Pop „We Could Be Blood“ abgelöst wird. Dem schließt sich das fünfeinhalbminütige „All Tied Up“, das im Bermuda-Dreieck Pseudo-Reggae, New Wave und Art-Pop hängen bleibt. Damit werden sie nicht die Charts stürmen, und auch nicht mit dem vertrackten „White Sands“, das Heavy-Gitarre und Bassrumor in den Mittelpunk rückt.

„Something Awful“ bewegt sich zwischen Wire und The Phantom Band, klingt dennoch nach keiner der beiden Bands und entwickelt sich zum besten Track des ganzen Albums. Das hat eine eigenwillige Dynamik, Groove und psychedelische Momente. Dann jedoch verläuft sich der Trip in mysteriöse Soundscapes, Keyboard-Sprengsel, Synthie-Eskapaden, verspulte Rock-Rhythmik und verquere Pop-Melodien.

So wirklich zündend und zwingend ist das im Gesamten nicht. Manches Experiment klingt einfach zu beliebig und zu gewollt. Andererseits hat das Album auch gelungene Momente, so dass man es nicht auf Teufel komm raus verdammen will. Potential hat die Band und vielleicht hilft ja beim nächsten Mal eine etwas ernstere Herangehensweise.

Anspieltipps:

  • We Could Be Blood
  • Something Awful
  • Marble Maze
  • Score

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