A Day To Remember - Common Courtesy - Cover
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A Day To Remember Common Courtesy


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Versprüht Lebenslust und ist selbst dann noch niedlich, wenn die Screams heraus gekramt werden.

Kompliziert, kompliziert - diese Sache mit A Day To Remember. Drei Jahre nach ihrem letzten Longplayer „What Separates Me From You“ kommen sie nun mit dem Nachfolger „Common Courtesy“ um die Ecke und unterbrechen ihren Ein-Jahres-Rhythmus, wenn es um Veröffentlichungen geht. Fans sind schon ungeduldig und machen sich ins Hemdchen. Aber Herrgott nochmal: Bei anderen Bands ist man gaaaanz andere Dinge gewohnt. Grund für die Verspätung ist übrigens der Rechtsstreit mit dem bisherigen Plattenlabel Victory Records. Deshalb erscheint „Common Courtesy“ nun via Caroline International und wurde in Eigenregie produziert. Und Jeremy McKinnon (Gesang), Joshua Woodard (Bass), Alex Shelnutt (Schlagzeug), Kevin Skaff und Neil Westfall (Beide Gitarre) haben ihr fünftes Studiowerk randvoll gepackt: Mit 16 Songs, von denen die drei letzten als entschädigender Bonus daherkommen, ist „Common Courtesy“ ziemlich üppig und mit knapp 65 Minuten auch für das Genre überraschend lang. Hat sich das Warten also gelohnt? Aber sicher!

Musikalisch gehen die Jungens keine großen Risiken ein und setzen auf ihren gewohnt liebgewonnenen Mix aus melodischem Pop-Punk und harschen Metalcore-Screams. Fans lieben sie dafür und freuen sich darüber, dass A Day To Remember über weite Teile wieder eine ganze Ecke zackiger unterwegs sind. Dennoch ist der enorme Kontrast von Pop und Härte das große Argument dieser Band. Der Klargesang entwickelt sich nicht selten stufenweise in Screaming, was wieder einmal überaus spannend und weitaus interessanter als das bloße Gegenüberstellen beider Gesangsarten ist. Streckenweise dominiert Pop, der niemandem weh tut und der streng genommen das Prefix „Punk“ gar nicht erst verdient hat. In jener Hinsicht hat eine Gruppe wie Zebrahead im Jahre 2013 mit ihrem „Call Your Friends“ die Nase vorn. Allerdings haben die auch einen leicht anderen Ansatz. Während Zebrahead einen gekonnten Anachronismus abfeiern, bleiben A Day To Remember nahe am Nerv der Zeit. Gerade durch den pointierten Einsatz der Metalcore-Elemente darf man der Band eine gewisse Trendorientiertheit vorwerfen. Macht aber nichts! Immerhin machen das harte „Sometimes You're The Hammer, Sometimes You're The Nail”, „The Document Speaks For Itself“ oder „Same Book But Never The Same Page“ Laune und funktionieren sowohl in der Bowl als auch im Moshpit, „City Of Ocala“, „Best Of Me“ und „Life @ 11“ dagegen vorwiegend in Erstgenannter, „Dead & Buried“, „Life Lessons Learned The Hard Way“ oder „Violence (Enough Is Enough)“ hauptsächlich, wenn sich Kiddies und gestandene Coreler gegenseitig die Fresse polieren.

Gänzlich unaufgeregt und balladesk sind schließlich „I Surrender“ und „Leave All The Lights On“, welche sich vom Snotcore-Einschlag weg und in eine definitive Pop-Ecke bewegen. „I'm Already Gone” ist sogar der vielleicht softeste Song, den die Musiker aus Florida jemals geschrieben haben und der sich einen weiteren Schritt in Richtung Airplay-Ausnudeln bewegt. Gerade hier geht die Schere zwischen den sanften und brachialen Momenten besonders weit auseinander. Wie eh und je wissen A Day To Remember zu polarisieren - manchen wird das zu poppig, anderen nicht poppig genug sein. Dementsprechend sollte „Common Cortesy“ das Fanlager durchkneten und eventuell neu formen. Mit einem großen kommerziellen Erfolg in ihrer Heimat, hat die Band selbst zumindest ein schlagkräftiges Argument - wenn man so will. „Common Courtesy“ knüpft so in Sachen Sound und Qualität an den erfolgreichen Vorgänger an und sollte für die rechtlichen Ärgernisse mit dem ehemaligen Label entschädigen. Die Anhänger der fünf Knaben hingegen freuen sich über alten Wein in neuen Schläuchen. Und solcher kann doch auch ganz schmackhaft sein und wird keinesfalls enttäuschen!

Anspieltipps:

  • City Of Ocala
  • Sometimes You're The Hammer, Sometimes You're The Nail
  • Best Of Me
  • Life @ 11
  • Leave All The Lights On

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