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The Lumineers The Lumineers (Deluxe Edition)


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 88 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist es wirklich sinnvoll, noch mal einen Zwanni für „The Lumineers“ hinzublättern?

Was soll eigentlich diese Masche mit den „Deluxe Editionen“ bereits veröffentlichter Alben? Vor über einem Jahr haben The Lumineers mit ihrem viel gelobten Debüt schubkarrenweise Sympathiepunkte eingefahren. Jetzt, da der Preis der CD langsam sinkt, werden die elf Songs neu aufgelegt, erweitert um fünf „Bonus Tracks“ und eine DVD. Aber ist es wirklich sinnvoll, noch mal einen Zwanni für „The Lumineers“ hinzublättern?

Natürlich sind die vier „neuen“ Titel nicht schlecht, sie sind sogar richtig gut, sonst wären sie nicht bereits 2012 auf der „Winter EP“ aufgetaucht. Die erschien damals im Rahmen des „Record Store Day“ als limitierte Pressung . dürfte aber den Fans der Lumineers dank diverser Videoportale nicht verborgen geblieben sein. Gleiches gilt für die offiziellen Videos zu „Ho Hey“ und „Stubborn Love“. Was dagegen wirklich neu funkelt, sind die kleine Tour-Doku „On The Road With The Lumineers“, die Live-Aufnahme zu „Slow It Down“ und das Tour-Video zu „Stubborn Love“.

Das alles ist ganz nett gemacht und sehenswert, reicht aber nicht an die Titel der auf 4.000 Stück begrenzten „Winter EP“ heran. Wem diese vier Songs, vielleicht auch zum Zweck der Vollständigkeit, den Kaufpreis wert sind, dem ist „The Lumineers (Deluxe Edition)“ durchaus zu empfehlen. Alle anderen können sich die Kohle aber auch ohne schlechtes Gewissen für den sicherlich bevorstehenden Zweitling der Band sparen.

Ein Kommentar von Markus Reiniger

Die ursprüngliche Besprechung: Lange musste man warten, bis eine Band daherkommen sollte, deren Majorvertrag (in diesem Fall) mit Decca Records, Universal auf den Erfolg von Mumford & Sons zurückzuführen ist. Denn ohne den überraschenden Siegeszug der Band aus London rund um den Globus, würde sich wohl kein größeres Label um die Sparte Folk- und Roots-Rock kümmern. Doch das Quartett von der britischen Insel hat bewiesen, dass auch mit handgemachter Musik Platten verkauft werden können. Und das nicht zu knapp!

Jetzt steht mit The Lumineers in Person von Wesley Schultz, Jeremiah Fraites und Neyla Pekarek ein Trio in den Startlöchern, das seine Homebase in Denver, Colorado, aufgeschlagen hat und sich ebenfalls einem erdigen Folk-Sound im Stile von Mumford & Sons verschrieben hat. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum erschien in den USA im April 2012 und in England im Oktober 2012 und konnte sich jeweils respektabel platzieren. In den USA wurden mit Platz elf nur knapp die Top 10 verfehlt und in Großbritannien erreichte das Album den 21. Rang. Das zeigt, dass Folkmusik durchaus kommerzielles Potenzial haben kann und das Publikum nicht nur aus Rihanna- und Lady-Gaga-Fans besteht.

The Lumineers fangen den Hörer von Beginn an mit einer charmant-sympathischen Art ein, der man sich kaum entziehen kann. Denn die elf Songs ihres Debütalbums sind zum Glück keine Dicke-Hose-Produkte als Zugeständnis an ihren Plattenvertrag mit einem Major, sondern kleine Akustikschätzchen, die sich mit feinen Melodien, intelligenten Texten und einer angenehmen Instrumentierung, zu der Geigen, Mandolinen, ein Piano, Akustikgitarren, Dobro sowie dezente Perkussion gehören, an den Hörer herantasten. Das geschieht ohne Brimborium, erzielt aber dennoch eine nachhaltige Wirkung, weil The Lumineers völlig ohne Kalkül und die ausgelutschten Zutaten irgendwelcher Auftragssongwriter auskommen, die Künstlern von Majorlabels aufgeschwatzt werden, damit auch mindestens ein sicherer Singlehit herausspringt.

Das amerikanische Trio beweist hingegen, dass es ohne fremde Hilfe kleine Hits wie „Ho hey“, „Stubborn love“ und bewegendes Liedgut wie „Charlie boy“ und „Dead sea“ zustande bringt und damit ganz hervorragend fährt!

Anspieltipps:

  • Ho hey
  • Dead sea
  • Flapper girl
  • Charlie boy
  • Stubborn love

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