Mick Turner - Don´t Tell The Driver - Cover
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Mick Turner Don´t Tell The Driver


  • Label: Drag City/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Leben ist ein langer ruhiger Fluß! Mick Turner mit einem megaentspannten Soloalbum.

Mick Turner ist gebürtiger Australier und hat sich einen Namen als Gitarrist bei The Dirty Three gemacht, zudem ist er als bildender Künstler unterwegs. Zuvor hat er in diversen Bands gespielt und war mitverantwortlich für den Underground-Hype, den Interpreten aus Down Under in den 80er-Jahren erfuhren. Er spielte bei den Sick Things, The Moodists, Fungus Brain und Venom P. Stinger. Nicht gerade Namen, die jeder kennt, dennoch von gewissem Einfluss in der damaligen Aussie-Szene. Außerdem ist Turner ein gefragter Studio- und Live-Musiker, er spielte bei Aufnahmen von Bonnie Prince Billy, Boxhead Ensemble und Cat Power mit. Bei letzterer war er lange Zeit als Gitarrist in deren Live-Band gemeinsam mit dem Dirty Three-Drummer Jim White. Beide treten zudem als das Duo Tren Brothers in Erscheinung.

Als Solokünstler debütierte er im Jahr 1997, das vorliegende „Don’t Tell The Driver“ ist sein fünftes Album unter eigenem Namen. Und es ist ein ganz außerordentliches geworden. Das geht gut und gerne als Konzeptalbum durch, wobei das Promo-Info von der ersten Post-Rock-Oper unserer Zeit spricht. Dem muss widersprochen werden, denn „Don’t Tell The Driver“ ist viel zu poetisch, zu fließend, als dass hier von Post-Rock bzw. Oper gesprochen werden könnte. Und dies alleine am kurzen Gastauftritt des klassisch ausgebildeten Opernsängers Oliver Mann festzumachen, wäre vermessen.

Im Mittelpunk des Ganzen perlt und sprudelt das megaentspannte Gitarrenspiel des Protagonisten und Komponisten Mick Turner, der hier mit versierten Begleitern kollaboriert hat. Das Schlagzeugspiel teilten sich Ian Wadley (Bird Blobs, Minimum Chips), Jeff Wegener (Laughing Clowns) und Kishore Ryan (Kid Sam, Where Were You At Lunch), denen das rhythmische Nachzeichnen der melodischen Gitarrenlinien ganz superb gelingt. Zudem fügen sich die Percussions ins wachsweiche instrumentelle Geflecht, das hin und wieder mit seelenbalsamierenden Bläsern und sanft heranwehenden Harmonium-Klängen angereichert wird. Der Bass von Peggy Frew (Art Of Fighting) malt einen tiefen dunkelroten Horizont, über dem wiederholt die wunderbare Stimme von Caroline Kennedy-McCracken (Dead Star, The Plums, Caroline No) schwebt.

Nahezu unmerklich wird der Hörer in einen dauerhaften Schwebezustand versetzt, sieht einen langen ruhigen Fluss an sich vorüberziehen oder sitzt entspannt als Beifahrer auf einer endlos langen Autofahrt, die mit malerischen Landschaften tranceartige Zustände hervorruft. „Don’t Tell The Driver“ quellt und sprudelt wie ein Springbrunnen, meditiert losgelöst von Gedanken und weltlichen Unglücken. Dabei gelingt es Mick Turner exzellent, esoterischen Kitsch außen vor zu lassen, er und seine Mitstreiter geben sich ganz dem Spiel, der Entspannung und der Meditation der Klänge hin. Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss. Zumindest während dieser verzaubernden 58 Minuten!

Anspieltipps:

  • Sometimes
  • Don’t Tell The Driver
  • The Birdcatcher
  • The Last Song

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